Im Kasseler Schlosshotel

Unternehmer mit Widersprüchen: Dirk Roßmann zu Gast bei den "Nordhessen-Champions"

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Beim Netzwerktreffen "Nordhessen-Champions" dabei: (von links) HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa, HNA-Verleger Dirk Ippen, Dirk Roßmann, HNA-Anzeigenchefin Miriam Donnert, HNA-Geschäftsführer Herbert Siedenbiedel und HNA-Chefredakteur Andreas Lukesch.

Einer der schillerndsten Unternehmer Deutschlands, Dirk Roßmann (72), war am Donnerstagabend im Kasseler Schlosshotel Gast des Netzwerktreffens "Nordhessen-Champions".

Veranstaltet wurde das Treffen von der HNA und dem Regionalmanagement. Der Erfinder der Drogeriemärkte erzählte auf dem Podium viel aus seinem Leben.

Er ist ein Mann der Widersprüche: Dirk Roßmann (72) hat ein altes Handy und zählt zu den 50 reichsten Deutschen. Er ist ein harter Wettbewerber, gilt aber auch als überaus sozial engagiert. Auf jeden Fall zählt der Chef der zweitgrößten Drogeriemarkkette zu den schillerndsten Unternehmerpersönlichkeiten Deutschlands.

Auf die Spur des Mannes konnte man am Donnerstagabend im Kasseler Schlosshotel kommen. Auf der Netzwerkveranstaltung „Nordhessen-Champions“, veranstaltet von der HNA und dem Regionalmanagement, plauderte Roßmann mit HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa aus seinem Leben als erfolgreicher Unternehmer. Es war eine faszinierende Stunde.

Zunächst fällt auf, dass Roßmann, der Firmenchef, sich mit „ß“ schreibt, sein Unternehmen aber mit Doppel-s. Das liegt daran, dass es zu Zeiten der Firmengründung im Jahr 1972 kein hübsches „ß“ fürs Firmenschild gab, und weil man im Ausland, wo es inzwischen 1750 der knapp 4000 Rossmann-Filialen gibt, kein „ß“ kennt.

Dirk Roßmann bezeichnet sich selbst als Kämpfernatur. Sein größter Kampf fand in den 1990er-Jahren statt. Das Unternehmen expandierte stark, hatte hohe Bankschulden, Roßmann spekulierte an der Börse. Er schlief wenig, seine mittlere Ruhe, wie er einmal sagte, blieb auf der Strecke. Er war damals kein guter Chef, hört man. Am Ende stand ein Herzinfarkt.

Roßmann wäre nicht Roßmann, wenn er nicht aus dem Tal herausgekommen wäre. Er stellte alles, was nicht unbedingt wichtig war, auf Null. Führte keine Prozesse gegen Parfümerien mehr, konzentrierte sich auf seine Märkte. Er bekam einen Herzstent, besann sich auf seine Stärken. Geschäftlich und privat. Er machte Gesprächstherapien und meditierte.

Diese teilweise Verweigerung von vielem, was zum heutigen schnellen, modernen Leben gehört, brachte ihn und das Unternehmen weiter. Dirk Roßmann war und ist hartnäckig. Er hat nur einen Volksschulabschluss und ist heute Bestsellerautor („...dann bin ich auf den Baum geklettert“). Er macht als Zwölfjähriger 5000 Mark Umsatz im Monat, weil er Drogerieartikel ausliefert. Sein mangelndes Selbstbewusstsein (dicker Bauch als junger Mann, die Haare fallen früh aus), kompensiert er mit einem eisernen Willen. Er macht ihn zu einem der reichsten Deutschen. Die Familie Roßmann wird auf 3,2 Milliarden Euro geschätzt. „Das haut schon hin“, sagt er schmunzelnd. Aber so viel habe er natürlich nicht auf dem Konto. „In Wirklichkeit besitze ich Zahnbürsten. Cremes und Kondome“. Was das Wichtigste in seinem Leben ist? Offenheit und Vertrauen.

Das ist Dirk Roßmann

Dirk Roßmann ist 72 Jahre alt. Er wurde in Hannover geboren. Verheiratet mit Alice Schardt-Roßmann. Die Söhne Daniel und Raoul sollen bald den Konzern übernehmen. Der machte im letzten Jahr einen Umsatz von rund 9,5 Milliarden Euro. Rossmann hat in Deutschland und Europa fast 4000 Filialen.

Seinen ersten Selbstbedienungsladen für Drogeriewaren gründete Dirk Roßmann im Jahr 1972. Seitdem gilt Dirk Roßmann als Erfinder des Drogeriemarktes.

Was sonst noch los war bei den "Nordhessen-Champions" und mehr Fotos sehen Sie am Freitag auf HNA.de.

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