Neues Produktionsstudio in Kassel

Neues Produktionsstudio in Kassel: Was der „Superoom XR“ bereithält

Realität verschmilzt mit virtueller Welt: Claus Deuerling (rechts) und Stefan Puslat präsentieren das neue Produktionsstudio „Superoom XR“ des Unternehmens Ambion. Die Räumlichkeiten gehören dem Hessischen Rundfunk, der dort bis 2016 TV-Sendungen aufzeichnete.
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Realität verschmilzt mit virtueller Welt: Claus Deuerling (rechts) und Stefan Puslat präsentieren das neue Produktionsstudio „Superoom XR“ des Unternehmens Ambion. Die Räumlichkeiten gehören dem Hessischen Rundfunk, der dort bis 2016 TV-Sendungen aufzeichnete.

Die nordhessische Medienwelt ist um eine Attraktion reicher, die bundesweit ihresgleichen sucht. Der neue „Superoom XR“ in Kassel wartet mit modernster Technik auf.

Kassel - Der Kaufunger Veranstaltungstechnikdienstleister Ambion hat sein bereits vorhandenes „Better Now Studio“ erweitert und kann dort nun mit dem „Superoom XR“ aus den Vollen schöpfen. XR steht für erweiterte Realität – denn dort verschmilzt die Realität mit virtuellen Welten.

Aus dem Hintergrund nähert sich eine sportliche Limousine, neben ihr steht Claus Deuerling. Der silberne Lack glänzt im Scheinwerferlicht. Diese Szene ist auf einem Flachbildschirm im „Superoom“ zu beobachten. Neben dem Monitor steht Deuerling auf einer kleinen Bühne – ein echtes Auto gibt es dort nicht, nur ein digital animierter Schatten auf dem Boden ist zu sehen. Der Boden besteht aus einem begehbaren LED-Bildschirm, ebenso wie die Wand hinter der Bühne. Beide Flächen sind mehr als 30 Quadratmeter groß.

Produktionsstudio mit modernster Technik in Kassel: Virtuelle Realität im „Superoom XR“

In einer anderen Szene gibt es kein Auto. Deuerling steht mittig auf der Bühne, der Hintergrund ist orange. Neben ihm sitzt Stefan Puslat auf einem von zwei kleinen Hockern – die sind echt. Beim Blick auf den Bildschirm gibt es aber viel mehr zu sehen: In der virtuell erweiterten Realität stehen die beiden Männer in einer imaginären Landschaft, vor Deuerling erhebt sich ein futuristisch geschwungener Tisch.

Die Wechsel zwischen verschiedenen virtuellen Welten sind fließend. Beide Szenen sind Teil einer Show, die potenziellen Kunden zeigen soll, was der „Superoom“ im ehemaligen Fernsehstudio des Hessischen Rundfunks alles kann. Das Studio ist für Live-Übertragungen im Internet ausgelegt, auch wenn dort ganz normal aufgezeichnet werden kann. Dort können Produkte präsentiert werden, Bühnen für Konferenzen geschaffen und Webinare abgehalten werden.

Neuartige Produktpräsentationen: Claus Deuerling zeigt, was im „Superoom XR“ möglich ist.

Produktionsstudio von Kaufunger Firma Ambion in Kassel: Kundenwünsche erfüllen

Auch die visuelle Umgebung kann je nach Bedarf und Kundenwunsch angepasst werden. „Ein einheitliches Erscheinungsbild mit Wiedererkennungswert ist auch in der digitalen Welt für Unternehmen unerlässlich“, sagt Ambions Marketing-Chef Christian Hecker. Die Technik der neusten Generation stammt von der Kaufunger Firma, die an vier Standorten mehr als 250 Mitarbeiter hat. Die Animationen hat die Düsseldorfer Firma Congaz entwickelt, mit der Ambion kooperiert.

Der große Unterschied zur bekannten Greenscreen-Technik, bei der die Studios mit grünen Hintergründen arbeiten, sind die vielfältigen Interaktionsmöglichkeiten. Der Mensch auf der Bühne kann sich in der virtuellen Welt orientieren, denn diese wird auf den LED-Flächen angezeigt – wenn auch nur zweidimensional und mit verzerrter Perspektive. Hyperrealistisch wird die Szenerie erst im Videostream. Elemente wie Möbel oder zu präsentierende Produkte können in echt auf der Bühne dazugestellt werden oder digital ins Bild animiert werden.

Sensoren schaffen Einheit aus Digitalwelt und Realität im „Superoom XR“

Damit Digitalwelt und Realität im Endergebnis nahtlos miteinander verschmelzen, werden Personen und Objekte mittels verschiedener Sensoren verfolgt. Auch die beiden Kameras im Studio, eine davon am Schwenkkran, sind mit Sensoren ausgestattet, die Brennweite und Position verfolgen. Reale und virtuelle Lichtquellen sorgen für perfekte Ausleuchtung.

Um die virtuelle Erfahrung komplett zu machen, gibt es auch ausgefeilte Tontechnik. Mit Kopfhörern ist das Erlebnis kaum von der Realität zu unterscheiden: Wenn sich Claus Deuerling einer kleinen Markierung auf dem Studioboden nähert, klingt es, als hauche er dem Zuhörer direkt ins Ohr – egal von wo dieser die Videoübertragung verfolgt. (Von Gregory Dauber)

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