Ritterturnier an der Löwenburg

Kassel. Nur noch Sonntag findet an der Löwenburg ein Ritterturnier mit mittelalterlichem Begleitprogramm statt. Los geht es im Bergpark Wilhelmshöhe um 11, Ende ist um 19 Uhr.

Kassel. Dudelsackmusik, Gaukler, Ritter sowie Besucher, die als Hofdamen und Edelmänner verkleidet waren – vor dem idyllischen Hintergrund der Löwenburg strömten am Wochenende Tausende zum großen Ritterturnier und Mittelaltermarkt in den Bergpark. An den Ständen neben dem Ritterturnierplatz konnten die Besucher unter anderem beim Bogenschießen ihr Können unter Beweis stellen und sich mit selbst gebackenem Knoblauchbrot sowie selbst gemachten Schnäpsen und Likören stärken.

Wer Ausschau nach Schmuck, Holzschnitzereien oder mittelalterlicher Kleidung hielt, wurde an den vielen Ständen fündig. „Man kann hier in eine andere Rolle schlüpfen und so gut entspannen“, sagt Moni Schäfer aus Kassel. Angetan sind die Gäste von der besonderen Kulisse der Löwenburg. „Die meisten Leute spielen Computerspiele, das ist nur virtuell, hier kann man Mittelalter erleben“, betont Alexander Velte. Durch das Abtauchen in eine andere Welt könne er gut abschalten, sagt der Felsberger. Irina Schober kennt sich mit dem Mittelalter sehr gut aus und baut seit drei Jahren selbst Pfeil und Bogen. Neben den Mittelalterfreunden kamen auch die jüngsten Gäste mit Karussell, handgetriebenem Riesenrad aus Holz und Töpfern auf ihre Kosten. „Das Töpfern macht mir sehr viel Spaß“, sagt der zehnjährige Nils. Auch die sechsjährige Maja ist mit ihrer Tonschale zufrieden. Die sechsjährige Nele versucht ihr Glück gerade auf einer wackligen Strickleiter und fällt dann doch weich in ein Leinentuch. Der Grundschülerin gefällt es auf dem Markt sehr gut. Ebenso ihrer Mutter Patricia Habermann: „Hier gibt es viele schön verkleidete Menschen und es ist einfach was los.“

Ritterturnier an der Löwenburg

Mit Ritterturnieren boten Reiter mit ihren Pferden den Zuschauern auf dem großen Mittelaltermarkt ein atemberaubendes Spektakel. „Die meisten von uns kommen aus der Indianerszene“, sagt Christian Scholle-Prestin. Die Arbeit mit dem Pferd als Indianer unterscheide sich nicht von einem Ritter. „Man wechselt einfach nur die Klamotten“, erklärt der 45-Jährige. Seit über 20 Jahren arbeitet der Berliner schon als Pferde-Stuntman und weiß, worauf es beim Show-Schwertkampf ankommt. „Man muss so nah wie möglich an der Realität schrammen, ohne dass jemand verletzt wird.“ Vaclav Hata ist vor fast 30 Jahren „von der Gitarre zum Schwert gekommen“. Der 54-Jährige wurde als Gitarrist in einer Fechtgruppe engagiert. Der Schritt zum Schwert war dann nur ein kleiner. Heute trainiert er die Ritter und leitet die Wenzel-Ritterspiele. (piu)

Rubriklistenbild: © Koch

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.