Das sind die Pläne für 2022

Sanierte Löwenburg im Kasseler Bergpark öffnet im Juli 2022 wieder

Blick aus der Vogelperspektive auf die Löwenburg: Auch der rekonstruierte Hauptturm mit der runden Aussichtsterrasse (rechts) soll ab Mitte Juli bei Führungen für Besucher geöffnet werden. Archivfoto: Andreas Fischer
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Blick aus der Vogelperspektive auf die Löwenburg: Auch der rekonstruierte Hauptturm mit der runden Aussichtsterrasse (rechts) soll ab Mitte Juli bei Führungen für Besucher geöffnet werden. Archivfoto: Andreas Fischer

Wenn es Corona zulässt, könnte die Löwenburg ab Mitte Juli zu einem Besuchermagneten werden. Sie gehört zu den großen Bauprojekten der Museumslandschaft Hessen Kassel.

Kassel – Im documenta-Sommer wird Kassel neben der Kunst einen weiteren Höhepunkt bieten können. Und das gleich im doppelten Sinne: Denn ab dem 15. Juli dürfen Besucher auf den rekonstruierten Hauptturm der Löwenburg gehen. Zum ersten Mal seit 1945, wie Martin Eberle, der Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), gestern betonte. Er stellte zusammen mit MHK-Sprecherin Lena Pralle das Programm für das laufende Jahr vor. Die Löwenburg ist dabei ein zentraler Punkt.

Burg und Turm der Löwenburg

Seit zehn Jahren läuft die Sanierung des Damen- und Herrenbaus der Löwenburg. Jetzt gibt es endlich einen konkreten Termin für die Wiedereröffnung. Am Freitag, 15. Juli, soll es nach Angaben der MHK soweit sein. Dann ist die sogenannte Beletage der Burg wieder für Besucher offen. Die dürfen sich auf eine weitgehend originalgetreue Präsentation freuen, bei der eine umfangreiche Dokumentation aus dem Jahr 1814 die Vorlage lieferte. Wandteppiche, Vertäfelungen und das weitgehend erhaltene Mobiliar aus dieser Zeit gehören zur Ausstattung.

Eine weitere Attraktion ist der aus künstlichem Tuffstein rekonstruierte Hauptturm der Burg. Der Vorgänger wurde kurz vor Kriegsende 1945 bei einem Bombenangriff zerstört. Von dem neuen Turm nach historischem Vorbild wird man bei Führungen eine tolle Aussicht auf den Bergpark und die Stadt haben. „Wir freuen uns darauf“, sagte Eberle bei der Vorstellung des Zeitplans.

 Wasserspiele im Bergpark Wilhelmshöhe

Wann werden endlich wieder Wasserspiele im Bergpark Wilhelmshöhe zu sehen sein? Geplant ist, dass die Saison am 1. Mai beginnen kann. Ob die Corona-Situation wieder größere Besuchermengen zulässt, ist allerdings aktuell nicht absehbar. Bereits im vergangenen Jahr – da fielen die Wasserspiele komplett aus – habe man über ein eingeschränktes Programm nachgedacht. Die Grundidee: Der obere (barocke) Teil mit den Kaskaden und recht schmalen Laufwegen für die Besucher wird gestrichen. Dafür könnte man eventuell den unteren (romantischen) Teil vom Steinhöfer Wasserfall bis zur großen Fontäne wieder regelmäßig aktivieren. Auch das ist nach Angaben der MHK aber nur dann möglich, wenn es die Rahmenbedingungen zulassen.

Herkules als Wahrzeichen von Kassel

Die Bauarbeiten an Kassels Wahrzeichen sind weit fortgeschritten. Es ist gut möglich, dass im Laufe des Jahres das große Gerüst am Oktogon abgebaut werden kann. Ganz fertig werde man am Herkules allerdings nie. „Das ist unser Kölner Dom“, sagte Eberle. Auch deshalb entsteht neben dem Oktogon eine Bauhütte nach historischem Vorbild. Die soll teilweise für Besuchergruppen zugänglich sein. In der Bauhütte soll ein Modell des Herkuleskopfes in Originalgröße ausgestellt werden.

Schloss Wilhelmshöhe

Bereits im vergangenen Jahr wurde die nachträglich gebaute Betonterrasse am Kirchflügel abgerissen. Tische für den Cafébetrieb werden wieder vor dem Schlossaufgang angeboten. Neu ist, dass man Kaffee, Kuchen oder einen Imbiss auch auf der anderen Seite des Durchgangs genießen kann. Mit Blick auf die Stadt. Im laufenden Jahr geht die Sanierung des Weißensteinflügels mit dem Verbinderbau weiter. Vor diesem Teil des Schlosses steht weiterhin ein großes Gerüst. Das brauchen die Bauleute, die das undichte Dach nach historischem Vorbild mit einer Schräge erneuern. Zu den Bauaktivitäten im Bergpark gehört auch die Brücke über den Neuen Wasserfall. Die soll ebenfalls saniert werden.

Kaskadenrestaurant unterhalb des Herkules

Das Hauptgebäude des Kaskadenrestaurants ist dringend sanierungsbedürftig. Nach Angaben der MHK werden die Arbeiten im Oktober beginnen.

Tapetenmuseum am Bürder-Grimm-Platz

Bis zum Jahr 2025 soll das neue Tapetenmuseum am Brüder-Grimm-Platz stehen. Schon jetzt werden großflächige Tapeten aus der Sammlung für die geplante Ausstellung restauriert. In diesem Jahr ist der Abriss der Gerichtsgebäude geplant. Auf dem Grundstück soll das Museum entstehen.

Schloss Wilhelmsthal bei Calden

Nach jahrelanger Sanierung glänzen die goldfarbenen Putten von Schloss Wilhelmsthal wieder wie früher. In den nächsten Monaten wird der Grottenkanal mit seinen Wasserspielen saniert. Auch in der Grotte wird weiter gearbeitet. (Thomas Siemon)

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