Erhalt scheint unstrittig

Sanierung des Freibades Wilhelmshöhe nicht in Gefahr

Erste Arbeiten laufen: Der Förderverein hat begonnen, das Café-Gebäude und den Vorplatz instand zu setzen. Foto: Koch

Kassel. Im November 2013 hatten die Stadtverordneten den Erhalt der Freibäder Harleshausen und Wilhelmshöhe beschlossen. Die Sanierung des Wilhelmshöher Bades war aber an eine Bedingung geknüpft worden.

Nur wenn die städtischen Haushalte 2013 und 2014 positiv abschließen, sollten 3,3 Mio. Euro investiert werden und die Sanierung 2016 starten. Bislang sieht es nicht so aus, dass der Haushalt 2014 einen Überschuss ausweist. Ernsthafte Zweifel an der Sanierung gibt es innerhalb der rot-grünen Rathauskooperation dennoch nicht.

Noch lässt Kämmerer Dr. Jürgen Barthel (SPD) rechnen. Ende Februar soll das Haushaltsergebnis für das vergangene Jahr vorliegen. Erst dann wird man sich bei der Stadt auch offiziell zur Zukunft des Wilhelmshöher Bades äußern. Der Kämmerer verrät aber vorab, dass der Haushalt nicht mit dem ursprünglich erwarteten Defizit von 21,2 Mio. Euro abschließen wird. Es sei mit einem „deutlich besseren“ Ergebnis zu rechnen.

SPD lässt sich Hintertür offen

Aber selbst wenn dieses Ergebnis weiterhin im roten Bereich liegen sollte, muss den Befürwortern der Freibadsanierung nicht bange sein. Denn nach Informationen der HNA wird in der SPD und bei den Grünen nicht grundsätzlich an dem Erhalt gezweifelt.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Christian Geselle, der im Mai die Nachfolge von Barthel antritt, will zwar erst mal die definitiven Zahlen abwarten, er sagte aber bereits auf HNA-Anfrage: „Sollte das Ergebnis negativ sein, wäre unser Beschluss zum Bädererhalt zwar hinfällig. Wir würden dann aber mit den Grünen beraten, ob ein positiver Haushalt tatsächlich zwingend für eine Sanierung ist. Ich würde meiner Fraktion das wohlwollend zur Prüfung vorlegen.“

So kurz vor der Kommunalwahl im März 2016 wäre es für die SPD, die aus Kostengründen einst gegen den Erhalt beider Bäder war, ein Wagnis, den Fortbestand noch mal zur Disposition zu stellen.

Geselle macht aber klar, dass der Förderverein des Freibades seinen Beitrag leisten muss. Wenn dessen Pläne – die unter anderem den Erhalt des 50-Meter-Beckens vorsehen – umgesetzt werden sollen, müsse der Verein seinen Beitrag von 700 000 Euro leisten. Andernfalls seien Abstriche nötig.

Eine solche Summe hat der Förderverein noch nicht zusammen. Kuno Hottenrott, Vorsitzender des Vereins, sagt, bisher seien Barspenden von 150 000 Euro eingegangen.

Weitere Spenden nötig

Weitere 100 000 Euro seien nötig. Den Rest – bis zu einer Summe von 600 000 Euro – wolle der Verein durch Eigenleistung aufbringen. So laufe bereits die Sanierung des Café-Gebäudes und dessen Vorplatzes. Die Umkleiden und Duschen, die der Verein auch erworben hatte, sollen später instand gesetzt werden. Der einst angedachte Verkauf von Teilflächen des Grundstücks sei vorerst vom Tisch, sagte Hottenrott.

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