Stadt Kassel erwägt, Hindernisse aufzustellen

Wie Schilder verwirren können: Autofahrer vermuten Abzocke am Bergpark

Kassel. Weiter für Gesprächsstoff sorgt die Verkehrssituation rund um den Bergpark Wilhelmshöhe, wenn dort jede Woche Tausende Besucher die Wasserspiele bestaunen.

Den Vorwurf der Abzocke haben jetzt Autofahrer erhoben, die ihr Fahrzeug am vorigen Wochenende im Halteverbot an der Tulpenallee abgestellt und dafür einen Strafzettel kassiert hatten.

Doch Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes stellten insgesamt nur wenige Verstöße fest, sagte Rathaussprecherin Petra Bohnenkamp auf Anfrage. Durch Falschparker waren zu den Wasserspielen immer wieder erhebliche Verkehrsprobleme entstanden. Am vorigen Wochenende seien es sechs Verstöße gewesen, eine Woche zuvor vier. Im gesamten Mai seien 13 Parkverstöße festgestellt worden, so Bohnenkamp. Die Stadt kontrolliere an den Wochenenden den gesamten Bereich regelmäßig, aber nicht verstärkt. Wie viele Verstöße durchschnittlich geahndet werden, lasse sich nicht sagen, da an einigen Wochenenden auch gar keine festgestellt würden.

Unklar für Auswärtige?

Müsste die Stadt gerade auswärtige Besucher nicht ausdrücklicher auf das Halteverbot an der Tulpenallee hinweisen? „Verkehrsteilnehmern sollte bekannt sein, dass auf Vorfahrtsstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften nicht geparkt werden darf“, antwortete die Rathaussprecherin. Genau so eine Straße sei die Tulpenallee.

Deutlich werde das durch das Ortsausgangsschild zwischen der Einfahrt zur Kurhessen-Therme und Mulangstraße. „Zur Verdeutlichung wurde der Gehweg in Höhe des Ballhauses mit Piktogrammen und einem zusätzlichen Schild ,Gehweg‘ gekennzeichnet“, sagte Bohnenkamp.

Doch so eindeutig sei das für ortsunkundige Besucher nicht zu erkennen, kritisiert ein Kasseler Paar, das am vorigen Wochenende selbst einen Strafzettel wegen Falschparkens an der Tulpenallee bekommen hatte. Als Betroffene sehen sie vor allem auswärtige Autofahrer, für die die Beschilderung verwirrend sei. Während an einigen Stellen Halteverbote eindeutig ausgeschildert seien, ständen woanders gar keine Schilder. So entstehe der Eindruck, dort parken zu dürfen. Wenn dann Strafzettel verteilt werden, empfinde er das als „Willkür“, sagt der betroffene Kasseler.

Die Stadt halte die Beschilderung für deutlich und werde das Parkverhalten weiter beobachten, sagte Bohnenkamp. Sollten Kontrollen und die Ahndung von Verstößen auf Dauer keinen Erfolg zeigen, müsse man über weitergehende Maßnahmen nachdenken. Als letztes Mittel könnte das „dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz folgend“ die Installation von Hindernissen sein. So weit ist der Betreiber des Schlosshotels bereits gegangen und hat Poller auf seiner Seite zur Tulpenallee aufgestellt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.