Schilder warnen vor Betreten der Eisfläche

Schlittschuhlaufen auf Lac im Bergpark ist nur noch selten möglich

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1929: Früher war der Lac im Bergpark ein beliebter Treffpunkt für Schlittschuhläufer. Die Aufnahme ist 88 Jahre alt und zeigt im Hintergrund Schloss Wilhelmshöhe, das vor dem Krieg noch eine Kuppel hatte. 

Bad Wilhelmshöhe. Die Warnungen sind eindeutig. Rund um den Lac im Bergpark Wilhelmshöhe stehen Schilder, die darauf hinweisen, dass hier Lebensgefahr droht.

Trotzdem waren am Wochenende Wagemutige auf dem Eis. Auch am Montag gab es frische Fußspuren im Schnee auf dem zugefrorenen Gewässer. Das sind ausgesprochen gefährliche Ausflüge.

„Das Eis ist an vielen Stellen noch sehr dünn“, sagt Siegfried Hoss von der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK). Die ist Hausherr im Bergpark und gibt den Lac prinzipiell nicht zum Schlittschuhlaufen oder für andere Aktivitäten frei.

In früheren Jahren gehörte der Lac zu den beliebtesten Eislaufflächen in der Stadt. In der jüngeren Vergangenheit hat der Gastronom Willi Rudolph mehrfach Imbissbuden am Rand des Sees aufgebaut und auch mit einem Akkubohrer die Eisdicke gemessen. Wenn die durchgehend bei 15 Zentimetern oder darüber liegt, gilt das Eis als tragfähig. Zuletzt gab es im Februar 2012 grünes Licht für das Schlittschuhlaufen auf dem Lac.

1986: Diese drei Jungs hatten vor gut 30 Jahren ihren Spaß auf dem zugefrorenen Lac.

Historische Fotos von diesem Freizeitvergnügen belegen, dass unsere Vorfahren schon vor über 100 Jahren unterhalb von Schloss Wilhelmshöhe auf das Eis gingen. Bis in die 1990er Jahre konnte man sich darauf verlassen, dass der Lac im Winter zufror. Hunderte von Schlittschuhläufern waren teilweise sogar abends unter Flutlicht auf dem Lac unterwegs.

Die strammen Minustemperaturen der vergangenen Woche reichen noch nicht aus. Dafür war die Kälteperiode zu kurz.

2017: Die geschlossene Schneedecke auf dem Lac täuscht. Die Eisschicht ist nur dünn und sollte nicht betreten werden. Darauf verweisen Schilder. Foto:  Siemon

Wer jetzt aufs Eis geht, riskiert viel. Der Lac ist am Zulauf unterhalb der Roseninsel zwar nur 80 Zentimeter tief. Je weiter es zu dem Damm mit dem Ablauf geht, umso tiefer wird der See. „An der tiefsten Stelle sind es sechs Meter“, sagt Siegfried Hoss. Als im November 2015 das Wasser für Reparaturarbeiten komplett abgelassen wurde, konnte man das mit bloßem Auge sehen. An der Tiefe hat sich nichts geändert.

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