Gewässer teilweise 6,50 Meter tief - Keine offizielle Freigabe

Schön und doch riskant: Schlittschuhlaufen auf dem Lac nur auf eigene Gefahr

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Vor der Kulisse von Schloss Wilhelmshöhe: Gestern trauten sich gleich mehrere Menschen auf den Lac. Die Museumslandschaft Hessen Kassel weist darauf hin, dass das Betreten nicht erlaubt ist.

Kassel. Es ist knackig kalt und das Eis auf dem Lac wirkt zumindest ziemlich dick. „Es ist und bleibt gefährlich“, sagt Sabrina Köhler von der Museumslandschaft Hessen Kassel,. 

Sie ist für den Bergpark zuständig. Rund um den Lac stehen Schilder, die vor dem Betreten der Eisfläche warnen. Viele halten sich daran nicht. Bereits am Vormittag gingen am Mittwoch ganze Gruppen über die verschneite Eisfläche. Schlittschuhläufer haben einen Rundkurs vom Schnee befreit und drehen hier ihre Runden. Das geschieht ausdrücklich auf eigene Gefahr. „Der Lac ist ein fließendes Gewässer und sehr viel tiefer als die meisten glauben“, sagt Sabrina Köhler. Bis zu 6,50 tief sei das Wasser auf der Abflussseite zum Mulang hin. Weil dort auch bei Minustemperaturen Wasser herausfließe, könnten sich unter dem Eis gefährliche Hohlräume bilden.

Im Schloss Wilhelmshöhe: Das Gemälde „Dorf im Winter mit Bauern auf dem Eis“ von Jan Brueghel dem Jüngeren hängt in der Gemäldegalerie Alte Meister.

Die Zeiten, in denen es eine Freigabe für den zugefrorenen Lac gab, sind schon länger vorbei. 15 Zentimeter dick musste die Eisschicht sein, dann gab es grünes Licht. Dafür sorgte Willi Rudolph, der am Lac seine Buden für den Verkauf von Glühwein und Bratwürstchen aufgebaut hat. In den vergangenen Jahren lohnte sich das nicht mehr, weil es kaum noch längere Frostperioden gab.

Versammlung auf dem Eis der Fulda: Diese Kormorane haben sich auf die Kälte eingestellt.

Auch in diesem Winter ist ein Ende der eisigen Kälte in Sicht. Kommende Woche soll es deutlich wärmer werden. Doch noch kann man gut eingepackt den Winter und auch die Sonne genießen. Andreas Möller aus Kassel hat das gestern an seinem freien Tag im Bergpark gemacht und uns auf ein Gemälde im Schloss Wilhelmshöhe hingewiesen. Das zeigt ein Dorf im Winter mit Bauern auf dem Eis. Gemalt hat Jan Brueghel der Jüngere im 17. Jahrhundert. Damals hat wohl niemand erwartet, dass irgendwer die Eisfläche freigibt. Während es auf dem Lac und in der Aue auf den Gewässern vom Küchengraben bis zum Bugasee eine – zumindest dick aussehende – Eisschicht gibt, ist die Fulda noch nicht völlig zugefroren.

Das könnte sich in den Nächten bis zum Wochenende ändern. Da sind noch einmal zweistellige Minustemperaturen drin.

Gefrorene Seifenblasen - Test am Herkules

Seifenblasen sind eigentlich als Spielzeug für Kinder bekannt, aber sie können auch Kunst sein – besonders bei eisigen Temperaturen. Das wollten wir selbst ausprobieren und sind bei minus elf Grad zum Herkules gefahren. Der Plan: Seifenblasen gefrieren zu lassen. Damit das Vorhaben gelingt, braucht man gar nicht viel außer der Seifenblasenlauge aus dem Handel, etwas Zucker, einem Strohhalm und ordentlichen Minustemperaturen. Am Herkules angekommen, können wir uns trotz der eisigen Temperaturen noch nicht vorstellen, dass die Seifenblasen tatsächlich Eiskristalle bilden. Die ersten Versuche scheitern. Der Wind ist zu stark und zerreißt unsere Seifenblasenkunst sofort und weht sie in alle Himmelsrichtungen. Nicht aufgeben. Zweiter Versuch an einem deutlich windstilleren Plätzchen. Und tatsächlich: Dort klappt das kleine Wunder der Natur. Auf der Seifenblase bildeten sich kleine Kristalle und ließen sie milchig anlaufen. Sobald die Seifenblase anfing zu gefrieren, änderte sich ihre Oberflächenspannung. Bei der kleinsten Bewegung zerbarste sie und ließ eine kleine, milchigweiße Haut zurück. Der Wind hat am Ende die Oberhand behalten – ein schönes Foto von dem Schauspiel ist trotzdem entstanden.

Für besseres Gelingen gibt es noch einige Tipps: 

  • Einen halben Teelöffel Zucker in handelsübliche Seifenblasenlauge hineinrühren.
  • Zum Ausblasen der Seifenblase einen Strohhalm verwenden.
  • Wenn die Seifenblasenlauge selbst angerührt wurde, sie erst kalt werden lassen.
  • Und nicht aufgeben: Profis berichten von 50 Versuchen, bis es geklappt hat.

Wer die gefrorenen Seifenblasen fotografieren will, braucht Geduld und am besten ein Makroobjektiv für besonders detailreiche Aufnahmen. Auch ein Stativ ist hilfreich, denn so kann man ohne Verwackler eine längere Belichtungszeit wählen und Fotos auch bei Dunkelheit machen. Bei einem dunklen Hintergrund treten die Kontraste stärker hervor. Außerdem lohnt es sich, mit Lichtquellen zu experimentieren, damit die Struktur besser zu erkennen ist. Beispiele auf Instagram unter #soapbubbles und #frozenbubbles zu sehen.  

Den Seifenblasentest hat Anne-Michèle Woelbert gemacht. 

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