Schäden am Schloss Wilhelmshöhe größer als erwartet

Sanierung legt Mängel am Weißensteinflügel frei

Vorbild für die neuen Fensterläden: Norbert Arnold (MHK) zeigt den Prototypen für 80 Fenster am Verbinderbau und dem Weißensteinflügel.
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Vorbild für die neuen Fensterläden: Norbert Arnold (MHK) zeigt den Prototypen für 80 Fenster am Verbinderbau und dem Weißensteinflügel.

Seit einem knappen Jahr läuft die Sanierung am Weißensteinflügel und dem Verbinderbau zum Schloss Wilhelmshöhe. „Vieles ist schon geschafft, aber wir müssen die Planung womöglich neu überdenken“, sagt Projektleiter Thomas Täschner vom Landesbetrieb Bau und Immobilien.

Denn ursprünglich sollten zunächst einmal nur die Fassade und das Dach saniert werden. Einen konkreten Termin für die ebenfalls nötige Renovierung des Innenlebens gab es noch nicht. Jetzt sieht es aber ganz so aus, als müsse man das vorziehen. Denn als die Bauleute Decken und Träger freigelegt hatten, stellten sie sehr viel größere Schäden fest als zunächst vermutet. Beim Wiederaufbau nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde offenbar mit einigen Provisorien gearbeitet, die heute für Probleme sorgen. Deshalb wurde das gesamte historische Inventar aus dem Verbinderbau herausgeräumt. Sessel, Betten, Schreibtische Regale und Sofas stehen jetzt sicher in einem anderen Teil des Schlosses.

Messung am Tuffstein: Daten zur Feuchtigkeit werden per Funk übermittelt.

Vieles deutet darauf hin, dass die Sanierung des Verbinderbaus sowohl außen als auch in den Räumlichkeiten erfolgen wird. Eine Entscheidung gibt es aber noch nicht. Das Land müsste in einem Nachtragshaushalt Geld bewilligen, das eigentlich erst später vorgesehen war.

Vorbereitungen für Tuffsteinsanierung am Weißensteinflügel laufen

Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für die Tuffsteinsanierung am Weißensteinflügel weiter. Unter der Plane trocknet das poröse Material über mehrere Monate. „Die genauen Daten werden automatisch gemessen und per Funk übermittelt“, sagt Norbert Arnold von der Bauabteilung der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK). Erst wenn deutlich weniger Feuchtigkeit als jetzt im Tuff sei, könne man mit Bindemittel arbeiten. Man werde versuchen, so viel wie möglich zu erhalten. Trotzdem sei absehbar, dass zahlreiche Steine am Weißensteinflügel ausgetauscht werden müssen.

Großbaustelle: Verbinderbau (links) und Weißensteinflügel sind weiterhin eingerüstet.

Bislang hat das Land Hessen 11,2 Millionen Euro für die Arbeiten an dem Schlossflügel bewilligt. Für die Innensanierung wäre weiteres Geld nötig. In den nächsten zwei Jahren wird das Schloss mit Sicherheit noch Baustelle bleiben. Trotzdem soll je nach Baufortschritt der Eintritt in die gerade nicht betroffenen Ausstellungsräume möglich sein. Aktuell ist das wegen Corona kein Thema. (Thomas Siemon)

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