Stadt hat 6,1 Mio. Euro Förderung beantragt

Schönheitskur für Wilhelmshöher Allee: Millionen für die Prachtstraße

Soll mit Millionen Euro aufgewertet werden: Die 4,6 Kilometer lange Wilhelmshöher Allee ist eine städtebaulich bedeutsame Achse in der Stadt. Die Stadt hat Fördergeld beim Bund beantragt, um den Charakter der Allee herauszuarbeiten. Foto: Malmus

Kassel. Die Stadt will die Wilhelmshöher Allee für 6,8 Mio. Euro aufhübschen. So sollen 225 Linden gepflanzt, die Beleuchtung erneuert und Randbereiche verschönert werden.

Auch für den Rathenauplatz ist eine Neugestaltung angedacht. Mit 6,1 Mio. Euro soll der Großteil des Geldes aus einem Bundesprogramm fließen, das Städte mit Weltkulturerbe unterstützt. Am Montag wollen die Stadtverordneten die Weichen für das Vorhaben stellen.

Die Stadt steht bei dem Projekt unter Zeitdruck. Die Bewerbungsphase für die 2015 neu aufgelegte Bundesförderung war Mitte April gestartet und lief bis 20. Mai. Deshalb habe man vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtverordneten bereits einen Antrag gestellt, sagte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). Die Stadt sei vom Bundesbauministerium dazu ermutigt worden.

Der Fördersatz ist hoch: Weil Kassel zum Zeitpunkt der Antragstellung unter dem Schutzschirm steht, würde die Stadt bei einem positiven Förderbescheid – über den im Oktober entschieden wird – 90 Prozent der Summe als Zuschuss erhalten. „Dies gilt auch, falls wir während der Arbeiten den Schutzschirm verlassen“, sagte Nolda.

Mit dem Umbau soll die 4,6 Kilometer lange Allee als markante Achse der Stadt herausgearbeitet werden. Wenn grünes Licht vom Bund kommt, sollen die Arbeiten 2016 starten und bis 2019 beendet sein. Im jüngsten Ausschuss für Stadtentwicklung gab es kritische Nachfragen an Nolda. So wollte die FDP-Fraktion wissen, warum ausgerechnet die Wilhelmshöher Allee mithilfe der Förderung saniert werden solle, wo es doch Straßen in schlechterem Zustand gebe. Nolda erklärte dies mit den Vorgaben des Bundes: Es müsse sich um städtebauliche Projekte von nationalem Rang handeln, die mit dem Welterbe in Zusammenhang stehen. Außerdem hätten ausgearbeitete Planungsgrundlagen vorgelegt werden müssen.

Umgestaltung geplant: Der Rathenauplatz an der Wilhelmshöher Allee in Höhe der Universität. Die Pläne von Stadtbaurat Nolda für den Umbau wurden aber verworfen. Archivfoto: Malmus

Die Planungen zur Wilhelmshöher Allee lagen bei der Stadt noch in der Schublade. Sie waren 2012 von Noldas Vorgängern entwickelt, aber nicht vertieft worden. „Hätten wir die Pläne nicht schon gehabt, hätten wir so kurzfristig keinen Antrag stellen können“, sagte Nolda.

Auf Basis dieser Planungen hatte der Stadtbaurat im März vorgeschlagen, den Rathenauplatz an der Wilhelmshöher Allee so umzugestalten, dass in der Mitte ein Platz zum Verweilen mit Herkulesblick entsteht. Dazu hätten die Gleise in dem Bereich an den Rand des Platzes verlegt werden müssen. Diese Idee wurde aber selbst vom Kooperationspartner SPD abgelehnt.

In dem Beschluss, den die Stadtverordneten am Montag verabschieden, ist deshalb davon keine Rede mehr: „Ob und wie der Rathenauplatz umgebaut wird, ist das Ergebnis des weiteren Planungsprozesses. Eine Verlegung der Haltestelle Murhardstraße in die Randbereiche wird ausgeschlossen“, heißt es jetzt dort.

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