Urteil in zweiter Instanz abgemildert

Sexualstraftäter geständig: 72-Jähriger misshandelte Stiefenkelin

Kassel. Weil er vor 15 Jahren sich an seiner Stiefenkelin sexuell vergangen hatte, war ein 72-jähriger Mann aus Kassel vom Amtsgericht Kassel im März dieses Jahres zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt worden. Jetzt wurde das Urteil in zweiter Instanz vom Landgericht abgemildert.

Die Strafe wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Der Grund: Der Täter hat nach all den Jahren nun ein Geständnis abgelegt. Dafür muss er jetzt nicht ins Gefängnis.

Im ersten Verfahren hatte der Mann die Tat geleugnet. Jetzt räumte er ein, sich an dem Opfer, der damals sechsjährigen Stiefenkelin, im Jahr 1999 erstmals sexuell vergangen und dies zwei Jahre lang fortgesetzt zu haben.

Die Gelegenheit ergab sich immer dann, wenn das Kind die Oma und den Stief-Opa besuchte und dort im Ehebett zwischen den Großeltern übernachtete.

Auch diese Angaben des Opfers bestätigte der Angeklagte, dem für den Tatzeitraum bescheinigt wurde, neben Bier teilweise zwei bis drei Flaschen Schnaps täglich getrunken zu haben.

Mann entschuldigte sich

„Wenn es ginge, würde ich es rückgängig machen“, sagte der Mann vor Gericht. „Ich möchte mich hiermit entschuldigen. Es tut mir leid.“

Es sei eine große Belastung für das Opfer und die Familie gewesen, sagte Richter Liebermann in der Urteilsbegründung. „Den Stief-Opa solch einer Tat zu bezichtigen, da gehört einiges an Mut dazu, vielleicht mehr, als das einzugestehen und zu gestehen“, sagte er zum Angeklagten. „Es ging ihr nicht darum, Sie ins Gefängnis zu bringen“, sagte Liebermann. „Es ging ihr darum, dass sie nicht als Lügnerin abgestempelt wird und dass in die Familie wieder Ruhe einkehrt.“ (zal)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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