Tipps fürs Feuerwerk

Silvester: Wo in Kassel geböllert werden darf und was zu beachten ist

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So war es vor einigen Jahren noch: Die Polizei verhinderte vor dem Schloss Wilhelmshöhe das Abfeuern von Raketen und Böllern.

Kassel. Viele Menschen feiern den Jahreswechsel besonders gern am Herkules oder vor dem Schloss Wilhelmshöhe. Feuerwerk darf dort aber auch dieses Jahr nicht gezündet werden.

Die historischen Gebäude und der Weltkulturerbe-Bergpark sollen so geschützt werden. Das erklären die Museumslandschaft Hessen (MHK) und die Polizei in einer gemeinsamen Pressemitteilung. 

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Leider sei es in den zurückliegenden Jahren oftmals so gewesen, dass abgebrannte Böller und leere Sektflaschen von den Feiernden einfach im Park zurückgelassen wurden. „Der Park und seine Einrichtungen gehören zum kulturellen Erbe der Menschheit. Wir appellieren daher insbesondere an die zu Silvester feiernden Menschen, sich umsichtig und verantwortungsvoll im Bergpark zu verhalten, keine Feuerwerkskörper in der Nähe der historischen Gebäude zu zünden und Müll wieder mit nach Hause zu nehmen“, sagt Lena Pralle, Pressesprecherin der MHK.  Im Vorjahr war dieser Appell an die Besucher offenbar nicht ungehört verklungen: Zum Jahreswechsel 2015/16 seien MHK und Polizei zufrieden mit dem Verhalten der Bergparkbesucher an Silvester gewesen, so der Erste Polizeihauptkommissar Henning Hinn, Leiter des Polizeireviers Süd-West. „Ich habe auch in diesem Jahr wieder das Vertrauen in die Bevölkerung, dass Sachschäden am Schloss und am Herkules ausbleiben und so die kulturellen Schätze nicht gefährdet werden.“

Der Verkehrslage am Herkules kommt auch in diesem Jahr wieder eine besondere Bedeutung zu. Um den Besuchern am Silvesterabend eine sichere An- und Abreise zu gewährleisten, wird auf das Verkehrskonzept der Vorjahre zurückgegriffen. Sollten die Parkmöglichkeiten am Herkules und der dorthin führenden Ehlener Straße erschöpft sein, wird die Kreisstraße 6 ab dem Ehlener Kreuz für Fahrzeuge gesperrt, um so die Rettungswege freizuhalten. 

Auf der Grimmwelt

Ein weiterer beliebter Treffpunkt ist mittlerweile auch die Grimmwelt auf dem Weinberg. Bei guter Witterung wird die Möglichkeit geboten, das Feuerwerk vom Dach des Museums zu beobachten. Ab 22.30 Uhr bietet das Restaurant „Falada“ dort warme und kalte alkoholische Getränke wie Sekt, Glühwein, Bier sowie auch nicht alkoholische Getränke und Brezeln an. Allerdings dürfen Alkohol und Feuerwerkskörper nicht auf das Dach der Grimmwelt mitgenommen werden. Bei schlechter Witterung (Schnee und Eis) wird das Dach gesperrt.

Blick von der Grimmwelt: Dieses Foto entstand beim Jahreswechsel 2015/2016.

Tipps zum Umgang mit Feuerwerk

Feuerwerk ist schön, kann aber auch gefährlich werden. Das Regierungspräsidium und die Stadt Kassel geben daher Tipps zum Umgang mit Feuerwerk. Ab heute werden die Raketen und Böller (Kategorie 2 / Klasse II) wieder bis zu Silvester, 31. Dezember, verkauft. Pyrotechnische Gegenstände dieser Klasse dürfen nur am 31. Dezember und am 1. Januar abgebrannt werden. Pyrotechnische Gegenstände der Klasse I/ Kategorie 1 (zum Beispiel Wunderkerzen und Tischfeuerwerk) dürfen während des ganzen Jahres verwendet werden. 

Raketen erst ab 18 Jahren 

Böller und Raketen sind nichts für Kinder und dürfen nur an Personen ab 18 Jahren abgegeben werden. Dasselbe gilt natürlich für die Verwendung der Feuerwerkskörper. Eltern werden aufgefordert, darauf zu achten, dass ihre Kinder nicht in den Besitz von pyrotechnischen Gegenständen dieser Klasse gelangen. Schwerste Verletzungen mit bleibenden Behinderungen und Entstellungen können die Folge sein. 

Besonders gewarnt wird vor der Verwendung von nicht zugelassenen Feuerwerksartikeln. Lesen Sie die Gebrauchsanweisungen der Hersteller genau durch und beachten Sie diese Anweisungen. Verwenden Sie nur Feuerwerk mit einer Zulassung der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM). 

Eigenbau strafbar

Das Herstellen und Verwenden von Feuerwerk „Marke Eigenbau“, bei dem es sich um Explosivstoffe handelt, die Bastler aus handelsüblichen Substanzen mischen, ist lebensgefährlich und strafbar. Die alljährlichen Unfälle mit diesen Explosivstoffen zeigen oft verheerende Wirkung: Splitter und andere Wurfstücke werden zu gefährlichen Geschossen, und immer wieder kommt es zu Verbrennungen und Verstümmelungen, die den Bastler oder Unbeteiligte ihr Leben lang zeichnen. 

Tödliche Unfälle

Auch wird davor gewarnt, Feuerwerksartikel unbekannter Herkunft aus dem Internet zu bestellen. In diesem Zusammenhang kam es in den letzten Jahren bereits zu tödlichen Unfällen. Auf diversen Seiten werden oftmals im Ausland pyrotechnische Gegenstände angeboten, die in Deutschland unter die Erlaubnispflicht fallen würden und nur von professionellen Pyrotechnikern verwendet werden dürfen. 

Rakete in die Flasche 

Aber auch mit geprüften Feuerwerksartikeln kann es zu schweren Unfällen kommen. Mit einfachen Maßnahmen lassen sich diese Unfälle vermeiden: Raketen werden am besten aus einem leeren Getränkekasten mit Glasflaschen in ausreichender Höhe (z.B. Wasserflaschen) gestartet. So kann nichts umkippen und man muss sich nicht so mit dem Sekt beeilen - denn: Alkohol und Feuerwerk vertragen sich schlecht.

Blindgänger

Wenn ein Feuerwerkskörper nicht richtig funktioniert, sollte nicht versucht werden, ihn direkt noch einmal anzuzünden. Es sind einige Minuten abzuwarten, bevor man sich ihm nähert. Einige Feuerwerksartikel haben für solche Fälle eine Ersatzanzündung, andere Blindgänger sind mit einem ausgiebigen Wasserbad unschädlich zu machen. Nach Abschluss des Feuerwerks ist darauf zu achten, dass keine Blindgänger liegen bleiben. Diese könnten möglicherweise am Neujahrstag von Kindern aufgesammelt werden und schwere gesundheitlichen Schaden anrichten.

Im Notfall

Sollte trotz aller Vorsichtsmaßnahmen etwas passiert sein, beherzigen Sie die folgenden Ratschläge: Ruhe bewahren und überlegt handeln. Rufen Sie die Feuerwehr, den Rettungsdienst oder den Notarzt über die Notrufnummer 112. Unternehmen Sie nur eigene Löschversuche, wenn Sie sich selbst nicht in Gefahr bringen. Ansonsten gilt: Den Gefahrenbereich verlassen. Fenster und Türen schließen. Die Nachbarn warnen. Die Feuerwehr einweisen. Wenn das Treppenhaus verqualmt ist, bleiben Sie in der Wohnung und machen Sie sich für die Feuerwehr bemerkbar.

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