Düstere Aussichten für Vereine

Sperrung der Sporthalle Marbachshöhe verschärft Situation

+
Kaum Ersatz: Wegen der Sperrung der Sporthalle Marbachshöhe kann die Stadt Kassel langfristig nur sehr wenigen davon betroffenen Vereinen Alternativen anbieten.

Kassel. Düster sind die Aussichten für Vereine, die bisher die nun längerfristig gesperrte Sporthalle Marbachshöhe genutzt haben.

Mit Blick auf die nächste Hallensaison im Winter 2015/2016 erklärte die Stadt Kassel auf HNA-Nachfrage, „dass nur für einen geringen Teil der Vereine eine Alternative gefunden werden kann“. Und das könnte ein Dauerzustand werden, denn nach den bisherigen Planungen sollte die Sporthalle Marbachshöhe erst 2018 saniert werden.

Betroffen davon sind 14 Vereine, die dort bislang Hallenzeiten haben. Seit Beginn der Sperrung Mitte Februar konnten sich die meisten irgendwie kurzfristig behelfen. So haben einige Fußballteams ihr Training früher als geplant nach draußen verlegt, was sonst immer nach den Osterferien geschieht. Doch spätestens im kommenden Winter, wenn die Draußen-Sportler wie Fußballer wieder reinwollen, wird es eng in Kassels Sporthallen.

Erich Kühn

Verschärfend kommt hinzu, dass für eine der größten Hallen, die Emil-Junghenn-Halle im Stadtteil Wesertor, planmäßig eine Sanierung auf dem Programm steht. „Die Sanierung wird in enger Abstimmung zwischen Hochbauamt und Sportamt geplant, um die Zeiten baulich bedingter Sperrung und somit Einschränkungen für die Nutzer möglichst gering zu halten“, sagte Rathaussprecher Ingo Happel-Emrich. Unklar blieb, wann die Arbeiten losgehen sollen.

„Das ist für uns, wie für alle anderen Vereine, eine Katastrophe“, sagt Erich Kühn, Leiter der Handballabteilung in der TG Wehlheiden. Denn gerade die Sporthalle Marbachshöhe hätten die TGW-Handballer stets in den Sommerferien nutzen können, wenn alle anderen geschlossen sind. Diese Zeit sei für die Handballer besonders wichtig, weil sie sich ab Juni auf die im September beginnenden Spielserien vorbereiteten.

Alternativen seien ihm bislang nicht angeboten worden, sagte Kühn. Dringend wolle er nun beim Sportamt um Ersatz bitten. Vorwürfe macht Kühn nicht den einzelnen Mitarbeitern im Amt, diese seien sehr bemüht und versuchten immer Hilfe zu leisten. Harte Kritik äußerte er aber am Magistrat, von dem er sich alleingelassen fühlt. „Die Stadt ist nicht unverschuldet in dieser Situation“, sagt Kühn mit Blick auf die Hallenprobleme. Er verfolge das aus nächster Nähe schon seit 20 Jahren, in denen er die Handballabteilung der TGW leitet. „Die Probleme sind der Stadt seit Jahren bekannt.“

Auch Schulen müssen sich um Alternativen kümmern. Besonders betroffen ist die Grundschule am Heideweg, für die die Sporthalle Marbachshöhe die einzige Sporthalle war. Schulleiterin Doris Schmidt-Hollstein zeigte sich zuversichtlich, dass die gefundenen Übergangslösungen in Wilhelmsgymnasium und Heinrich-Schütz-Schule mittelfristig weiterlaufen. Nach Ostern werde sie das beantragen, sagte Schmidt-Hollstein.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.