Bahn: „Das ist eben so“

Sperrung der Zugstrecke Kassel-Fulda: Keine Erstattung für Pendler

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Pendelt zur Arbeit von Kassel nach Fulda: Maik Kentsch aus Niestetal braucht von seiner Haustür bis ins Büro während der Sperrung über zwei Stunden. Sonst braucht er halb so lange.

Kassel. Wer eine zuggebundene Fahrkarte für die Strecke zwischen Kassel und Fulda während der Sperrung gebucht hat, kann diese erstatten lassen. Für Pendler allerdings gibt es kein Geld zurück.

Maik Kentsch pendelt seit mehreren Jahren zur Arbeit von Kassel nach Fulda. „Normalerweise brauche ich von meiner Niestetaler Haustür bis ins Büro nach Fulda eine gute Stunde“, sagt er. Mit der Sperrung dauere es fast doppelt so lange. „Für die Bauarbeiten hab ich absolutes Verständnis“, sagt Kentsch. Die ICE-Strecke müsse ja instand gesetzt werden.

„Ich bin allerdings verwundert, dass die Arbeiten nicht in den Ferien stattfinden“, sagt er. Dann hätten ohnehin viele Urlaub. Einige Kollegen, die nicht auf die Urlaubszeit in den Ferien angewiesen sind, hätten ihren Urlaub jetzt extra in den zweiwöchigen Zeitraum der Sperrung gelegt, um die längeren Fahrzeiten zu umgehen.

Wer eine zuggebundene Fahrkarte im Zeitraum der Sperrung gebucht hat, der kann sie im Reisezentrum kostenlos erstatten oder auf eine andere Verbindung umschreiben lassen. „Deshalb habe ich bei der Bahn angefragt, ob es auch irgendeine Form der Erstattung für Zeitkarteninhaber, wie mich, gibt“, sagt Kentsch.

Die Antwort der Deutschen Bahn sei allerdings sehr ernüchternd gewesen. Das mit den Baustellen sei dann eben so, hätte es geheißen. Eine Erstattung gäbe es in diesen Fällen bislang nicht. „Ich muss für den Zeitraum der Sperrung deutlich längere Fahrzeiten und Verspätungen hinnehmen“, sagt Kentsch. Da hätte ich mir gewünscht, dass es von der Bahn vielleicht ein Entgegenkommen gibt. Als ich die Karte gekauft habe, war die Sperrung ja noch nicht absehbar.

„Das ist unser ICE – oder doch nicht?“: Mit Verspätungen, Ausfällen und Fahrplanänderungen durch die Bauarbeiten auf der Strecke in Richtung Süden hatten am Montag auch viele Zugreisende am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe zu kämpfen.

Von der Bahn heißt es auf Anfrage der HNA nur, dass man sich zu der Problematik bislang noch nicht äußern könne. Eine Rückmeldung gab es bis Montagabend von der Pressestelle der Bahn nicht.

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