Sporthalle Marbachshöhe weist Mängel auf: Schwierige Suche nach Ersatz

Macht Probleme: Am Dach der Sporthalle Marbachshöhe wurden Mängel entdeckt, die zur Sperrung führten. Foto: Koch

Kassel. Kurzfristig hat die Stadt Kassel die Sporthalle Marbachshöhe gesperrt. Bei einer Routineuntersuchung seien Mängel am Dach festgestellt worden. Diese würden nun eingehender untersucht.

Wie lange das dauert, lasse sich nicht seriös vorhersagen, sagte Axel Jäger, Leiter des städtischen Hochbauamtes.

Von der Sperrung sind zunächst die Grundschule am Heideweg, die Reformschule und die Freie Schule betroffen. Zu 98 Prozent könne man für Ersatz sorgen, sagte Michael Schwarm, Sachgebietsleiter im Sportamt.

Durch schnelle Hilfe von Wilhelmsgymnasium und Heinrich-Schütz-Schule habe die Grundschule am Heideweg bereits Alternativen organisiert, so Schulleiterin Doris Schmidt-Hollstein. Auch dank der Stadt sei es gelungen, den Sportunterricht für die insgesamt 280 Schüler abzudecken, für den sonst nur die Sporthalle Marbachshöhe vorgesehen ist.

Bislang keinen Ersatz gibt es für die 61 Schüler der Freien Schule. Deswegen entfalle der Sportunterricht vorerst, sagte Désirée Schulte aus der Schulverwaltung.

Noch schwieriger wird es bei den Vereinen. Hallenzeiten sind Mangelware in Kassel. Bisher gebe es Alternativen für drei Vereine, sagte Schwarm. Doch betroffen sind insgesamt 14: Spielvereinigung Olympia 1914, TSG Wilhelmshöhe 1883, HSG Zwehren/Kassel, SV 1890 Kassel-Nordshausen, VfL Kassel 1886, TG Wehlheiden, FSC Dynamo Windrad Kassel, SV Harleshausen Kassel 1945, TSV Süsterfeld Helleböhn, VFR Kassel Süsterfeld, Kasseler Gefäßsportverein 1994, Kasseler SV 1951, Kyudo Gesellschaft Shinsei Dojo Kassel und Wintersportclub Kassel 1967. “Alle werden wir nicht auffangen können”, sagte Schwarm.

Eine akute Gefahr, dass das Dach oder Teile davon einstürzen könnten, bestehe nicht, beruhigte Jäger. Allerdings zeigten einige Stahlteile im Dach erste Anzeichen von Rost. Zudem könnten Betonteile abplatzen. Die Stadt prüfe nun, inwiefern sich das Dach vorrübergehend sichern lässt. Laut Planung soll die ehemalige Bundeswehr-Halle 2018 für geschätzte 1,2 Millionen Euro saniert werden.

Regelmäßig prüfe die Stadt alle Dächer und Decken auf ihre Tragfähigkeit. Über dieses Verfahren sei er froh, sagte Jäger und erinnerte an den verheerenden Einsturz des Daches der Eislaufhalle in Bad Reichenhall im Jahr 2006, bei dem 15 Menschen starben. Durch die Kontrollen würden Mängel häufiger offenbar. “Dann muss man im Zweifel auch einmal eher reagieren”, sagte Jäger. “So wie jetzt.”

Hallensituation in Kassel „ist ein Desaster“

Vor große Probleme stellt die Hallensperrung die Verantwortlichen in den 14 Vereinen, die auf der Marbachshöhe Trainingszeiten haben.

Einen Verschiebebahnhof muss nun Erich Kühn, Leiter der Handballabteilung bei der TG Wehlheiden, organisieren. Mit 300 Mitgliedern ist sie die größte im Verein. Zwar hätten in der Sporthalle Marbachshöhe nur zwei Mannschaften mit etwa 30 bis 40 Aktiven trainiert. Doch diese würden nun auf andere Hallen verteilt. Das führe dazu, dass sich bei einigen Trainingszeiten 40 bis 50 Sportler eine Halle teilen müssten, sagte Kühn. „Für uns ist das ein Desaster, besonders für die Wettkampfmannschaften.“ Die erste Herren-Mannschaft habe Aussichten in die Landesliga aufzusteigen. Doch das funktioniere nur mit guten Trainingsbedingungen.

Kinderfußball hat der Verein Dynamo Windrad in der Sporthalle Marbachshöhe immer angeboten. Die etwa 15 Kinder im Alter von gut zehn Jahren müssten nun wohl auf einen Bolzplatz ausweichen, sagte Henning Beste, Mitarbeiter in der Vereins-Geschäftsstelle. Zumindest sei das die erste Idee, die nun mit Eltern und Übungsleitern besprochen werden müsse. „Es ist das alte Problem: Es gibt zu wenig Hallen in Kassel“, sagte Beste.

„Wir müssen versuchen, das beste draus machen“, sagte Martin Weiss, Geschäftsführer des VfL Kassel, der Zeiten für zwei Jugendfußballmannschaften mit etwa 35 Kindern in der Halle hatte. Einen Ersatz hat aber auch er nicht. (clm)

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