Lukas Dally studiert in Kassel - und leitet die Bar im Freibad Wilhelmshöhe

Freibad Wilhelmshöhe: Ein Student an der Pool-Bar

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Schwingt die Pommes: Lukas Dally, Leiter der „Käpt’n Dallys Pool Bar“ im Freibad Wilhelmshöhe kümmert sich um die Verpflegung der Badegäste. Rund 80 bis 90 Kilogramm Pommes landen hier an einem normalen Tag durchschnittlich in der Fritteuse.

Kassel. Wenn Lukas Dally nach Plänen für die nächsten Jahre gefragt wird, gibt es keine genaue Antwort. Derzeit studiert er in Kassel - und leitet die Bar im Freibad Wilhelmshöhe.

2013 war der 24-jährige noch für ein Jahr in Indien, hatte dort große Pläne: Auf seiner Rundreise durch das Land kam dem Lebenskünstler, wie er von seiner Familie genannt wird, die Idee, Surfbretter aus Bambus zu bauen. Mit Longboards aus Holz wurde der Plan zunächst in die Tat umgesetzt.

Nach Deutschland zurückgehen sollte es eigentlich nur für sechs Monate. Doch in der Heimat hörte Dally von den Plänen der Stadt, das Freibad in Wilhelmshöhe zu schließen. „Das kann nicht plattgemacht werden“, dachte sich der gebürtige Grebensteiner. „Da ich hier in Wilhelmshöhe zur Schule gegangen bin, waren wir fast täglich im Freibad“.

So ging es vielen Kasselern. Sie gründeten eine Bürgerbewegung und demonstrierten gegen die Schließung des Bades. Mit Erfolg: Das Freibad bleibt erhalten. Doch die Bürger müssen mithelfen. Auch Lukas Dally.

Seit Anfang des Jahres ist Dally Pächter der Pool Bar. In Kooperation mit dem Förderverein Freibad Wilhelmshöhe wurde der alte Imbiss nach draußen verlegt und zu einer Bar umfunktioniert. Jetzt schmücken Bambusstäbe die Theke, auch ein neuer Name musste her. Man einigte sich schließlich auf „Käpt’n Dallys Pool Bar“.

Zunächst sei der Zeitaufwand enorm gewesen: „Wenn man, wie ich, vorher noch nie einen Laden geführt hat, muss man sich erst an vieles gewöhnen“, so Dally. Doch mit der Zeit sei etwas Routine gekommen. Jetzt gibt es hier Bio-Würstchen, Obst und jede Menge Pommes. Rund 80 bis 90 Kilogramm landen davon an einem normalen Tag in der Fritteuse. An besonders heißen Tagen sogar doppelt so viel.

Lexikon-Wissen:

Mehr über das Freibad Wilhelmshöhe, das schon 1935 eröffnet wurde, lesen Sie im Regiowiki.

Hauptberuflich ist der gelernte Schreiner jedoch Student. Die Arbeit im Freibad hat Dally nur als Nebenverdienst angemeldet. An der Kunsthochschule Kassel studiert er Produktdesign. Viel Zeit für Studienprojekte bleibt neben der Pool Bar jedoch nicht. Da müssen schonmal einige Nachtschichten eingelegt werden. Trotzdem werde er das Studium auf jeden Fall abschließen. Was danach kommt, stehe jedoch noch nicht fest. Und was macht ein Pool-Bar-Betreiber im Winter? „Da bin ich dann wirklich Vollzeitstudent.“

Zum Abschluss der Saison am Samstag, 5. September, lädt das Team von Käpt´n Dallys Poolbar zum „letzten Mahl“ mit Livemusik. Danach schließt das Freibad wegen Renovierung für ein Jahr.

Von Janina Müller

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