Hotels ausgebucht, Aufenthaltszüge an den Gleisen

Sturmtief Xavier: Tausende Bahnreisende strandeten in Kassel

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Menschenmassen am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe: Gestrandet, weil Richtung Norden bei der Bahn nichts mehr ging. 

Kassel. Endstation Kassel: Für tausende Fährgäste der Deutschen Bahn war am Donnerstag am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe Schluss. Grund: Sturmtief Xavier. 

Auch am Freitagmorgen nach den Verwüstungen durch Xavier ist der Zugverkehr stark beeinträchtigt. Alle aktuellen Entwicklungen gibt es hier.

Chaos am Bahnhof Wilhelmshöhe

Weil wegen des Sturmtiefs „Xavier“ Bäume auf die Gleise und Oberleitungen gestürzt waren, wurde der Bahnverkehr ab dem späten Nachmittag in Kassel in Richtung Norden eingestellt.  

Vor der Fahrgastinformation bildeten sich am Abend am Bahnhof Wilhelmshöhe lange Schlangen mit hunderten Reisenden. Die Deutsche Bahn stellte zwei Hotelzüge im Bahnhof bereit, in denen sich die Gestrandeten aufwärmen und auch nächtigen konnten. Zudem waren Bahnmitarbeiter im Bahnhof unterwegs, die die Wartenden mit Informationen und Heißgetränken versorgten. Hotels rund um den Bahnhof waren ausgebucht, Taxis gab es nur mit Mühe zu ergattern. Teilweise ließen sich Fahrgäste für über 1000 Euro mit Taxis und Mietwagen an ihr Ziel bringen. 

Etliche Fahrgäste bemängelten die schlechte Informationspolitik der Bahn. Viele berichteten, sie hätten erst kurz vor der Einfahrt in Kassel per Durchsage erfahren, dass der Zug dort wegen der Sturmschäden enden wird. Permanent wurden die Verspätungsanzeigen aktualisiert. Trotz der Menschenmassen herrschte im Bahnhof keine aggressive Stimmung. Die Bundespolizei, die mit mehreren Beamten vor Ort war, lobte, dass die Menschen gelassen blieben. Und das, obwohl beispielsweise der Brezelverkauf irgendwann längst geschlossen, weil die Ware ausgegangen war. Auch Kaffee war irgendwann endlich. 

Die Bahnhofstafel zeigte gegen abends  dramatische Verspätungen von 300, teilweise 400 Minuten an. Service-Link der Bahn: Alle Abfahrten und Ankünfte

Hilfe und Service: Die Deutsche Bahn hatte auf den Gleisen 4, 8 und 10 Aufenthaltszüge für die Gestrandeten bereitgestellt. Dort wurden die Fahrgäste mit Kaffee und alkoholfreien Getränken versorgt. Auch eine behelfsmäßige Übernachtung war in den Zügen möglich, so ein Bahnsprecher. Die Bahn hatte auch spätabends noch sämtliches Personal am Bahnhof im Einsatz, um den Reisenden zu helfen.

Auch am Bahnhof Göttingen strandeten Bahnreisende und wurden dort betreut. 

Alle Beiträge und Infos auch auf Kassel-Live. 

Hotelzug am Bahnhof Wilhelmshöhe. 

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