Bewertung mit Schulnoten

Was hat die teure Sanierung gebracht? Wir haben das Freibad Wilhelmshöhe getestet

Spaß auf der extrabreiten Rutsche: Goran Miljakovic war mit seinem Sohn Luka (2) unterwegs.

Kassel. Was hat sich im Freibad Wilhelmshöhe durch die 3,3 Millionen Euro teure Sanierung verändert? Wir haben das Bad getestet.

Endlich gibt es einmal ein paar sommerliche Tage am Stück. Kein Wunder, dass im komplett erneuerten Freibad Wilhelmshöhe am Wochenende mit 5000 Besuchern richtig viel los war. Nach der Sanierung für 3,3 Millionen Euro ist das Bad seit dem 1. Mai wieder geöffnet.

Die HNA hat das Bad am Wochenende unter die Lupe genommen. Was sich verändert hat? Außer der nach wie vor traumhaften Lage mit Herkulesblick eigentlich alles.

Wer heute im knapp 50 Meter langen Schwimmerbecken seine Bahnen zieht, kann sich kaum vorstellen, dass das Bad vor nicht allzu langer Zeit noch auf der Streichliste der Stadt stand. Der Förderverein, der innerhalb kurzer Zeit auf stattliche 800 Mitglieder gewachsen ist, hat wesentlich zum Erhalt beigetragen.

Im Vergleich zu früher sind die Umkleiden, Duschen und Toiletten nicht wiederzuerkennen. Statt völlig veralteter Anlagen gibt es helle und funktionale Räumlichkeiten.

Statt einer rauen Betonumrandung freuen sich die Schwimmer mittlerweile über ein Edelstahlbecken – der Einbau in die alte Betonwanne hat etwa einen Meter gekostet – und die Kleinkinder über einen nagelneuen Bereich mit Planschbecken und Wasserspielzeug.

Selbst bei größerem Andrang findet man auf den großzügigen Liegewiesen immer einen Platz und unter den großen Bäumen auch ein schattiges Fleckchen.

Nach dem Neubau des kombinierten Hallen- und Freibades am Auedamm, dem vor einem Jahr fertiggestellten sanierten Freibad Harleshausen ist Wilhelmshöhe ein weiterer Baustein für ein mittlerweile hervorragendes Bäderangebot in Kassel. Komplettiert wird das durch das ebenfalls sanierte Hallenbad Süd.

Das Bad erhält die Gesamtnote 1-

Hier weitere Details, die wir benotet haben:

Gastronomie

Innerhalb kurzer Zeit hat die Gastronomie im Wilhelmshöher Bad Kultstatus erreicht. Verantwortlich für die gute Stimmung an Käpt’ n Dallys Poolbar ist Lukas Dally und im darüber gelegenen Café (Baya Eden) Mieke Hebeler. Es gibt Biobratwurst mit selbst gemachten Soßen, Pommes, leckere Getränke und Longdrinks. Im documenta-Sommer soll es eine Reihe von Veranstaltungen geben. Nach Feierabend im Bad kann die Terrasse der Poolbar zum übrigen Gelände abgeteilt werden.

Note: 1-

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Für Kleinkinder

Das Wasser im Planschbecken wird pro Stunde einmal komplett gereinigt. Es gibt eine Rutsche und nicht nur für Nayla (4) Wasserspielzeug..

Note: 1-

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Schwimmbecken

Das große Becken hat einen Edelstahleinsatz bekommen und ist nicht mehr ganz 50 Meter lang. Trotzdem bietet es für Schwimmer wie Mandy Breitling gute Bedingungen. Wer seine Bahnen ungestört ziehen will, sollte möglichst früh kommen.

Note: 2

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Umkleide/Sanitärbereich

Der Sanitärbereich erfüllt eine doppelte Funktion. Unten gibt es moderne Umkleiden mit Duschen, das begrünte Dach dient als Liegefläche. Gerrit Schmidt findet es gut, dass es reichlich Schließfächer gibt. Wer warm duschen will, muss extra zahlen.

Note: 1-

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Rutschen und Sprungbrett:

Note 2+


Tops und Flops

Besser geht es kaum

• Das Bad aus dem Jahr 1935 hat auch nach dem Umbau seinen großzügigen Charme behalten. Das Gelände bietet mit 28.000 Quadratmetern die Größe von vier Fußballfeldern. Das vom Förderverein sanierte Cafégebäude mit der Poolbar im Erdgeschoss sieht wieder so gut aus wie vor gut 80 Jahren.

• Die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist hervorragend. Direkt vor dem Bad halten zwei Buslinien, nicht weit entfernt die Straßenbahnlinie 3. Die Zahl der Fahrradständer wurde deutlich erhöht.

• Der Einsatz des Fördervereins ist vorbildlich. Selbst am Wochenende waren Freiwillige unterwegs und standen mit Rat und Tat zur Verfügung.

Noch Luft nach oben

• An einigen Stellen der Liegewiesen gibt es noch relativ kahle Stellen. Hier ist der frisch gesäte Rasen noch nicht richtig gewachsen. Das sollte bis zum Sommer noch besser werden.

• Insbesondere bei richtig gutem Wetter so wie am Wochenende fällt auf, dass die Zufahrten zu den wenigen Parkplätzen direkt am Schwimmbad sehr eng sind. Auch im Wohngebiet rundherum wird es dann voll.

Blick ins frisch sanierte Freibad Wilhelmshöhe

Täglich bis 19 Uhr geöffnet

Das Freibad im Kasseler Stadtteil Bad Wilhelmshöhe, Kurhausstraße 31, befindet sich mitten im Kurbezirk . Betrieben wird es von den Städtischen Werken. Der Eingang liegt an der Baunsbergstraße. Dort halten die Buslinien 24 und 52. Von der Straßenbahnhaltestelle Brabanter Straße (Linie 3) sind es fünf Minuten Fußweg.

Öffnungszeiten

Das Freibad ist während der Saison jeweils von Montag bis Freitag von 7 bis 19 Uhr sowie an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen von 9 bis 19 Uhr geöffnet.

Eintrittspreise

Erwachsene 3,50 Euro, Kinder/Ermäßigte 2,50 Euro. Die Ermäßigung gilt für Kinder bis einschließlich 15 Jahre, Schüler, Studenten, Auszubildende, Schwerbehinderte sowie Sozialleistungsbezieher. In Begleitung eines Erwachsenen hat ein Kind unter sechs Jahren freien Eintritt. Ebenso hat eine Begleitperson für einen Schwerbehinderten freien Eintritt.

Abendschwimmen (ab 17 Uhr)

Zwei Euro. Familienkarten gibt es zum Preis von 7, 9 und 11 Euro. Die Freibad-Saisonkarte kostet 90 Euro / ermäßigt 50 Euro. Bonuskarten (Mehrfachkarten) gibt es zum Preis von 25 Euro (zehn Prozent Rabatt auf den Eintrittspreis), 50 Euro (15 Prozent Rabatt) und 100 Euro (20 Prozent Rabatt).

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