Stadtverordneten-Mehrheit trägt den Neubau mit

Trotz aller Proteste: Weg frei für die Stadtvilla am Heideweg

Noch ist der Blick auf die Christuskirche möglich: Auf diesem freien Grundstück an der Ecke Heideweg/Baunsbergstraße in Bad Wilhelmshöhe soll eine neue Stadtvilla errichtet werden. Mit Mehrheit haben die Kasseler Stadtverordneten jetzt grünes Licht für den dreigeschossigen Neubau plus Staffelgeschoss gegeben. Archivfoto: Ludwig

Bad Wilhelmshöhe. Der Neubau einer umstrittenen Stadtvilla in Bad Wilhelmshöhe ist beschlossene Sache.

Mit Stimmen von SPD und Grünen hat sich am Montagabend die Mehrheit der Kasseler Stadtverordneten für die Bebauung der Grünfläche im Bereich Heideweg/Baunsbergstraße ausgesprochen. CDU, Demokratie erneuern/Freie Wähler und Linke sowie Pirat Jörg-Peter Bayer lehnten den Neubau ab.

Wie berichtet, soll auf dem Eckgrundstück ein Gebäude mit drei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss errichtet werden. Sieben Wohnungen und eine Tiefgarage sollen darin Platz finden. Gegen die Pläne waren nicht nur Ortsbeirat und Anwohner, sondern auch die Kirche und der Arbeitskreis für Denkmalschutz auf die Barrikaden gegangen. Hauptkritikpunkte: Der fast viergeschossige und 15 Meter hohe Neubau stelle vor den niedrigeren Häusern des Flüsseviertels einen Fremdkörper dar und versperre vom oberen Teil der Baunsbergstraße die Sicht auf die Christuskirche.

„Spricht nichts dagegen“

Die Abwägung sei sorgfältig erfolgt“, betonte Volker Zeidler (SPD) in der Stadtverordnetenversammlung. „Wir haben es uns nicht leicht gemacht. Aber es spricht nichts gegen den Neubau“, sagte Zeidler.

Von heftigen Diskussionen und einer schwierigen Entscheidung – zumal gegen die Einschätzung des von einer grünen Ortsvorsteherin geführten Ortsbeirats – sprach der Grünen-Fraktionschef Dieter Beig. Dennoch stimme man der Bebauungsplanung zu und unterstütze damit die Auffassung von Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne).

Nolda hatte in einer Bürgerversammlung in Bad Wilhelmshöhe unter anderem gesagt, der geplante Neubau am Heideweg füge sich durchaus in das Umfeld ein. Er meinte damit aber nicht das Flüsseviertel, sondern die Bebauung auf der anderen Seite der Baunsbergstraße, wo bereits Stadtvillen stehen.

„Zu groß, zu massiv“

Ganz anders sah dies der CDU-Stadtverordnete Dominique Kalb. Der Bau habe „erdrückende Wirkung“, sei zu groß, zu massiv und unpassend. Es sei über die Köpfe hinweg entschieden und auf Fachleute nicht gehört worden. In die gleiche Richtung ging die Kritik von Bernd W. Häfner (Demokratie erneuern/Freie Wähler) und Norbert Domes (Linke). Appell: „Nehmen Sie Abstand davon.“ SPD und Grüne beschlossen jedoch den Bebauungsplan und machten den Weg für die Stadtvilla frei.

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- Widerstand gegen Bebauung im Dreieck Heideweg / Baunsbergstraße

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