Besucherplattform auf Turm geplant

Löwenburg in Kassel wird für 30 Millionen Euro saniert

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Großbaustelle Löwenburg: Die Sanierung des gut 200 Jahre alten Nachbaus einer mittelalterlichen Burgruine macht sichtbare Fortschritte. Für Besucher sind einige Teile der Burg nach wie vor offen.

Kassel. Selbst als Baustelle ist die Löwenburg im Bergpark eine Attraktion. 30 Mio. Euro investiert das Land Hessen in die umfangreiche Sanierung des als mittelalterliche Ruine angelegten Bauwerks.

„Der Bergfried wird jetzt bereits zum dritten mal gebaut“, sagt Projektleiter Dieter Jakumeit vom Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen. Der erste Hauptturm der Burg hielt nur 50 Jahre bis etwa 1850, der zweite wurde in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 von einer Fliegerbombe zerstört.

Seitdem hat niemand mehr die intakte Löwenburg von außen gesehen oder sie gar mit ihrer kompletten prunkvollen Inneneinrichtung erlebt. Das soll sich in absehbarer Zeit ändern. „Wenn alles weiter so gut läuft wie bisher, wird der Rohbau für den Bergfried noch in diesem Jahr fertig“, sagt Dieter Jakumeit.

Turm der Löwenburg bekommt Besucherplattform

23 Meter über dem Innenhof der Burg im Bergpark soll der große Turm – so wie vor dem Krieg – eine Besucherplattform bekommen. Einen Vorgeschmack auf diese neue Attraktion im Weltkulturerbe hat man bereits auf der Baustelle. Nur noch wenige Meter fehlen dem neuen, alten Turm bis zum geplanten Abschluss.

Von hier genießt man einen völlig ungestörten Blick Richtung Schloss Wilhelmshöhe, Schlosshotel und Lac. Aber auch in die andere Richtung zum Herkules ergeben sich Ausblicke, die zuletzt vor über sieben Jahrzehnten möglich waren. Gebaut wird der neue Turm aus einem künstlichen Tuffstein, der in Zusammenarbeit mit der Kasseler Universität entwickelt wurde. „Weil wir bei dem Turm Material aus dem Tuffsteinbruch sparen, reicht es jetzt für den Rest der Burg“, sagt Dieter Jakumeit.

Jeder Stein ist ein Unikat

Und da gibt es noch jede Menge Sanierungsbedarf. Zahlreiche Steine wurden bereits ausgetauscht, ganze Bögen und Säulen erneuert. Jeder Stein ist ein Unikat und wird vor Ort von Steinmetzen bearbeitet. Auch deshalb ist es schwierig, einen genauen Termin für den Abschluss der Arbeiten zu nennen.

Arbeitsplatz mit Herkulesblick: Bautechniker Ralf Grösch auf dem neuen Bergfried.

Neben den Bauarbeiten wird auch die Ausstattung der Räume der Löwenburg einiges an Zeit brauchen. Von Bildern und Teppichen bis zu Mobiliar und Sammlungen sind die Originale fast komplett erhalten. Ein Grund mehr, sich auf die sanierte Löwenburg zu freuen.

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