Pläne für Standort am Kreisel sind vom Tisch

Trotz Klagen über Bus-Flut im Stadtverkehr: Kassels Fernbus-Bahnhof soll in Wilhelmshöhe bleiben

Ein Fernbus der Firma Flixbus bei der Einfahrt zum Bus-Halteplatz neben dem Fernbahnhof Kassel Wilhelmshöhe
+
Seit Jahren in der Diskussion: Der Kasseler Fernbus-Halteplatz am Bahnhof Wilhelmshöhe.

Seit Jahren wird gefordert, den Kasseler Fernbus-Halt in Autobahnnähe zu verlegen. Die Stadt will nun aber den jetzigen Standort am Bahnhof Wilhelmshöhe ausbauen.

Kassel – Um die Planung eines neuen Kasseler Fernbusbahnhofs zeichnet sich politischer Zündstoff ab: Während SPD und CDU nun gemeinsam darauf drängen, zügig einen Standort in Autobahnnähe zu finden, damit sich nicht mehr so viele Busse durch den Stadtverkehr bis zum Bahnhof Wilhelmshöhe quälen müssen, will Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) eben dort den vorhandenen Busbahnhof weiterentwickeln. Der bisher von ihm favorisierte Standort am Ölmühlenweg beim Platz der Deutschen Einheit sei vom Tisch, teilte die Stadt auf HNA-Anfrage mit.

Währenddessen haben sich SPD und CDU verständigt, das seit Jahren ungelöste Thema im Stadtparlament voranzutreiben. In einem gemeinsamen Antrag zur nächsten Sitzung fordern die Fraktionen, der Magistrat solle endlich ein Konzept vorlegen für einen neuen Busbahnhof, der gemeinsam mit einem Investor zu entwickeln sei. Gegenüber der HNA betonten Sprecher beider Fraktionen, die Planungen müssten eine Entlastung des Stadtverkehrs gewährleisten. Laut Antrag sollen „nur Standorte, wie zum Beispiel das Auestadion, mit guter Autobahn- und ÖPNV-Anbindung gewählt werden“.

Der alte Arm der Damaschkestraße beim Stadion war in der Vergangenheit bereits öfter als möglicher Fernbus-Standort im Gespräch. Nach dem Votum von Gutachtern hatte die Stadt dann aber das Gelände am Ölmühlenweg bevorzugt ins Auge gefasst – nicht zuletzt auch aus städtebaulichen Gründen.

Nach zweijährigen Gesprächen sei aber keine Einigung mit dem Eigentümer über einen Grundstückskauf oder eine gemeinsame Projektentwicklung möglich, teilte die Stadt jetzt mit. Knackpunkt seien viel zu hohe Kaufpreisvorstellungen gewesen.

Da sich die Grundstücksfrage nicht klären lasse, seien „Gespräche mit Vertretern der Deutschen Bahn AG zum derzeitigen Standort am Fernbahnhof Wilhelmshöhe eingeleitet worden“. Das Gelände, das einst die Bahn selbst für Busse hergerichtet hatte, sei seit dem Bahnhofsbau als öffentliche Verkehrsfläche gewidmet, sodass die Planung eines zeitgemäßen Fernbus-Halts dort viel einfacher sei.

Diesen Planungsweg wolle der Magistrat nun weitergehen und „Gespräche mit potenziellen Investoren zur Entwicklung eines Konzepts“ aufnehmen. Zudem, so der Hinweis aus Noldas Dezernat, sollen mit dem 2021 beginnenden Umbau des Bahnhofsvorplatzes ohnehin die Verkehrsströme an dem Wilhelmshöher Knotenpunkt neu geordnet werden.

Bus-Flut belastet vor allem Wehlheiden

Seit dem Fall des Bahn-Monopols 2013 hat der Fernbusverkehr stark zugenommen, weil Billigtarife im Vergleich zu Zugreisen immer mehr Passagiere locken. Inzwischen steuern täglich über 80 Fernbusse Kassel an, die meisten fahren von den Autobahnen quer durch die Stadt zum Haltepunkt am Bahnhof Wilhelmshöhe. Das wird vor allem in Wehlheiden als große Belastung empfunden. Die Suche nach einem besseren Standort für eine Bus-Station dauert seit sieben Jahren an. (Axel Schwarz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.