Blindgänger auch in der Aue

Überreste aus dem Zweiten Weltkrieg: Bombensuche im Kasseler Lac

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Bombensuche vor herrlicher Kulisse: Im Bergpark waren auch gestern Mitarbeiter der Kampfmittelräumung unterwegs. Sie untersuchen den Lac sowie andere Gewässer nach Blindgängern und Munitionsresten. 

Kassel. Im Bergpark Wilhelmshöhe und in der Karlsaue geht die Suche nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg weiter.

Aus der Distanz sieht es aus wie eine gemütliche Runde mit dem Ruderboot vor einer idyllischen Kulisse. Doch auf dem Lac im Bergpark fahren eigentlich keine Ausflugsboote, auch wenn die Aussicht auf Schloss Wilhelmshöhe noch so schön ist. „Das ist die nächste Etappe bei der Kampfmittelsuche“, sagt Michael Boßdorf, der für die Parks der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) zuständig ist. Die Bootsbesatzung sucht mit speziellen Sensoren den Lac nach Metallstücken ab. Seit fünf Jahren lässt die MHK alle Flächen im Bergpark und in der Karlsaue nach Blindgängern und anderen Überresten des Zweiten Weltkriegs absuchen.

Im Moment sind die Gewässer dran. Neben dem Lac nehmen die Fachleute der Kampfmittelräumung auch den Fontänenteich sowie den Asch und den Sichelbachteich unter die Lupe. In den letzten Wochen des Krieges sind sowohl Schloss Wilhelmshöhe als auch die Löwenburg und der Bereich rund um das Schlosshotel von Bomben getroffen worden. Gut möglich, dass noch Bomben- oder Munitionsreste im Boden schlummern. „Bislang gab es im Bergpark bis auf kleinere Munitionsteile noch keine Funde“, sagt Boßdorf. Bis einschließlich Mai läuft die Bombensuche hier noch.

Hier liegt der Lac:

Blindgängerfunde in der Aue

Wesentlich mehr Funde gab es in den vergangenen Tagen in der Aue. Zwischen dem Großen Bassin und der Gärtnerplatzbrücke haben die Kampfmittelräumer bislang 75 relativ kleine Stabbrandbomben und 15 etwas größere Brandbomben gefunden. „Die wiegen 15 Kilogramm und sind so groß wie ein Feuerlöscher“, sagt Boßdorf. Gefunden habe man sie tief im Boden, eine Gefahr für Spaziergänger seien sie nicht gewesen.

Immer wieder schlugen die Sensoren in dem untersuchten Gelände der Aue an. Hier habe es im Gegensatz zu anderen Orten der Aue bislang keine systematische Suche gegeben. Anders ist das zum Beispiel rund um die Spitzhacke oder vor der Orangerie.

Durch die documenta und ihre Außenkunstwerke sei hier auch in früheren Jahren bereits der Boden überprüft worden. Bei den Untersuchungen der MHK in der jüngeren Vergangenheit gab es kaum noch Funde.

Rund um die Gärtnerplatzbrücke ist das anders. Allein 160 Kilogramm an kleineren Munitionsteilen lagen hier in der Erde. Dazu gehören nach Angaben von Boßdorf Reste von Bomben, Granaten und Zündern.

Die Bombensuche in den Parks wird fortgesetzt. Bislang habe man etwa 40 Prozent der Flächen im Bergpark und der Aue geschafft, sagt Boßdorf. Die weitere Suche nach Resten aus dem Krieg dauert noch einige Jahre.

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