Aktivisten nutzten Weltkulturerbe für politische Botschaft

Verbotene PKK-Flagge flatterte am Herkules

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Ein ungewöhnlicher Anblick auf den Herkules bot sich am Dienstag: Am Baugerüst vor dem Wahrzeichen war eine Flagge der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK angebracht worden.

Um 6.40 Uhr habe ein Zeuge der Polizei von der in 28 Metern Höhe angebrachten sechs mal acht Meter großen Fahne berichtet, so Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch.

Beamte entfernten daraufhin die rote Flagge mit dem Stern. Die Polizei ermittele nun wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs und wegen eines Verstoßes gegen das Vereinsgesetz (§ 20, Zeigen von Zeichen verbotener Parteien).

Im Internet hat sich ein „loser Zusammenhang solidarischer Menschen“ unter dem Namen kurdistansolidarität zu der Aktion bekannt. In einer Presseerklärung auf der Seite linksunten.indymedia.org heißt es, dass man die PKK-Flagge an das Weltkulturerbe Herkules im Bergpark Kassels angebracht habe, um „hiermit unsere grenzenlose Solidarität mit dem kurdischen Freiheitskampf“ zu bekunden sowie gegen die „menschenverachtende Kriegspolitik“ der AKP-Regierung unter dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu protestieren.

Mit der Aktion am Herkules wolle man folgende Forderungen unterstreichen: die Freilassung des inhaftierten PKK-Führers Abdullah Öcalan, die Aufhebung des PKK-Verbots sowie einen sofortigen Stopp von Waffenlieferungen Deutschlands an die türkische Regierung.

Die Polizei geht davon aus, dass Aktivisten die Flagge am Dienstag kurz nach Morgengrauen (Sonnenaufgang war um 5.51 Uhr) angebracht haben. Nach Angaben von Natascha Callebaut, Sprecherin der Museumslandschaft Hessen Kassel, ist es in der Vergangenheit bereits wiederholt vorgekommen, dass Unbefugte auf das Baugerüst geklettert waren. Dies sei aber der erste Fall, dass am Herkules eine politische Botschaft hinterlassen wurde.

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