Ortsbeiräte sind sauer

Wilhelmshöher Allee: Weniger Linden, dafür mehr Parkplätze

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So soll die Neugestaltung der Wilhelmshöher Allee aussehen: Das Computerbild zeigt die Allee in Höhe Schönfelder Straße mit Blick in Richtung Herkules.

Kassel. Bei der gestalterischen Aufwertung der Wilhelmshöher Allee wird es entgegen der ursprünglichen Planung weniger Bäume und dafür mehr Parkplätze geben.

Anstelle der ursprünglich vorgesehenen 216 Linden werden nur 173 neu gepflanzt, und nur 59 von 65 Bäumen ersetzt, die gefällt werden müssen. Das teilte jetzt Anja Starick mit, die Leiterin des Umwelt- und Gartenamts. Vertreter von Stadt und Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) stellten den Ortsbeiräten Vorderer Westen, Mitte, Wehlheiden und Bad Wilhelmshöhe erneut die aktuelle Ausführungsplanung für die Umgestaltung der Wilhelmshöher Allee vor, also die technische Umsetzung.

Während die vier Ortsbeiräte bereits im Juni vergangenen Jahres einstimmig für das ihnen damals präsentierte Konzept votiert hatten (wir berichteten), beschloss die Stadtverordneten-Versammlung später einen veränderten Plan. Danach soll die Zahl der Parkplätze um maximal 35 anstatt wie geplant um 59 reduziert werden. Entsprechend weniger Bäume können gepflanzt werden.

Verärgert darüber zeigte sich unter anderem Mario Lang (SPD, Vorderer Westen): „Der einstimmige Beschluss von vier Ortsbeiräten, die mehr als 60.000 Menschen vertreten, ist mit dem Stavo-Beschluss mit Füßen getreten worden.“ Gleichzeitig lobte Lang aber das Umgestaltungskonzept und die Zusammenarbeit mit der Stadt generell.

Nach dem Konzept soll die Wilhelmshöher Allee bis zur Tram-Haltestelle „Rotes Kreuz Krankenhaus“ zu einem grünen Band werden. Der Grünstreifen, in dem sich das Tram-Gleisbett befindet, wird mit einer Bewässerungsanlage ausgestattet. Diese besteht aus Matten, in die Bewässerungsröhren integriert sind. Darauf wird anschließend Rollrasen verlegt. Die Bewässerung erfolgt laut Bruno Jerlitschka von der KVG computergesteuert. Insgesamt sollen die Allee 600 Linden zieren. An den Rändern der Gleisanlage werden niedrige Hecken gepflanzt. Am Straßenquerschnitt von 40 Metern wird sich nichts ändern.

Außerdem sollen die Baumscheiben vergrößert und mit Rasen bepflanzt werden. Für den Bereich oberhalb des ICE-Bahnhofs sollen die Baumscheiben nur bei Neupflanzungen umgesetzt werden. Eine Begrünung des Gleiskörpers in diesem Bereich ist nicht vorgesehen. Die Gleise werden dort an vielen Stellen von Autos überfahren.

Finanziert wird das Projekt des nationalen Städtebaus mit Fördermitteln in Höhe von 1,9 Mio. Euro aus dem Programm Denkmalensembles, 200.000 Euro kommen von der Stadt. Die Kosten für die Unterhaltung (Mähen, Bewässerung) übernimmt das Gartenamt. Auf die Höhe der Unterhaltungskosten wollten sich die Vertreter noch nicht festlegen. Bei der ersten Vorstellung der Planung war die Rede von rund 160.000 Euro für die jährlichen Kosten zur Pflege der verschönerten Allee.

Zeitplan für die Arbeiten

Die Zeitplanung sieht vor, dass Mitte März die Verlegung der Matten mit den Bewässerungsrohren im Tram-Gleisbett beginnt in drei Abschnitten bis zur Haltestelle „Rotes Kreuz Krankenhaus“. Diese Arbeiten sollen bis zum Beginn der documenta am 10. Juni fertig sein. Im April erfolgt die Sondierung auf mögliche Kampfmittel. Der Einbau der vergrößerten, grünen Baumscheiben ist für den Sommer vorgesehen. Im Herbst dieses und des kommenden Jahres ist das Pflanzen der Hecken und Bäume vorgesehen. Ende 2018 muss das Projekt abgeschlossen sein. Dann endet der Förderzeitraum. 

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