Beschilderung im Bergpark sorgt teilweise für Verwirrung

Wo geht’s denn hier zum Schloss?

Zum Eingang vom Schloss geht es nach rechts, die Blickrichtung ist aber geradeaus: Die Beschilderung im Bergpark verstehen nicht alle. In diesem Fall dürfte die Orientierung aber klappen.
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Zum Eingang vom Schloss geht es nach rechts, die Blickrichtung ist aber geradeaus: Die Beschilderung im Bergpark verstehen nicht alle. In diesem Fall dürfte die Orientierung aber klappen.

Ist die immer noch recht neue Beschilderung im Bergpark Wilhelmshöhe hilfreich, oder erinnern die Schilder eher an Schilda? Rudi Stassek hat dazu eine recht eindeutige Meinung. „Kundenorientiert ist das nicht“, sagt der 70-Jährige, der regelmäßig zwischen Herkules und Schloss unterwegs ist.

Aber er hat Menschen beobachtet, die ratlos vor Hinweistafeln standen, die seiner Meinung nach falsch ausgerichtet sind.

Die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) sieht das wenig überraschend ganz anders. Sprecherin Natascha Callebaut verweist darauf, dass man bereits seit fünf Jahren das Informationssystem im Park erneuere. Dafür wurden bislang gut 20 000 Euro investiert. Es seien immer wieder Tafeln hinzugekommen, zum Beispiel Hinweise auf die neuen öffentlichen Toiletten am Kaskadenrestaurant. Im Grundsatz sei es darum gegangen, die früheren Pfosten mit ihren Tafeln durch ein zeitgemäßes Leitsystem zu ersetzen. Die neuen Tafeln befinden sich jetzt gut lesbar auf schräg gestellten Tafeln am Boden.

„Wir wollten, dass die Hinweise nicht mehr die Sichtachsen stören“, sagt die MHK-Sprecherin. Das ist zweifellos gelungen. Doch sind die Tafeln auch so angebracht, dass sie optimale Orientierung bieten? Wenn man zum Beispiel vom Fontänenteich Richtung Schloss geht, dann sind dort gleich zwei Tafeln angebracht. Auf der einen gibt es Erläuterungen zum Schloss, die andere zeigt die Lage im Bergpark und den aktuellen Standort des Betrachters. Der schaut allerdings über die Tafel in Richtung Gewächshaus und nicht zum Schloss. Dorthin weist lediglich ein Pfeil auf der Tafel oben rechts. Man hätte das nach Ansicht von Kritiker Rudi Stassek anders lösen sollen.

„Darüber haben wir mit der beauftragten Fachfirma lange diskutiert, uns aber überzeugen lassen“, sagt Natascha Callebaut. Solche Tafeln immer Richtung Norden auszurichten, sei mittlerweile international üblich. Nicht nur in Parks, sondern auch an Wanderwegen. Zuletzt hatte es darüber Debatten bei der neuen Beschilderung am Wanderparkplatz Herbsthäuschen gegeben. Der Tenor: Die Nordausrichtung überzeugt nicht alle, viele Wanderer würden gern in Blickrichtung losgehen.

Im Bergpark wird es jedenfalls nach Rückmeldung der MHK keine Änderung bei der jetzt eingeführten Systematik geben. Auf unterschiedlichen Ebenen von den sozialen Medien über Mailkontakt, Fragebögen und auch durch Briefe gibt es dort ein Beschwerdemanagement. In den vergangenen fünf Jahren habe es zu den Hinweistafeln von nur vier Besuchern Kritik gegeben. Deutlich mehr hätten sie ausdrücklich gelobt, sagt Natascha Callebaut. Den Besuchern, die ratlos vor einer Tafel am Mulang standen, hat Rudi Stassek übrigens weitergeholfen. Das funktioniert im Zweifelsfall immer. (Thomas Siemon)

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