Schaden beträgt 20.000 Euro - Weg bleibt vorerst dunkel

Zerstörungswut im Bergpark: 20 Lampen umgetreten

Nur noch Stümpfe am Wegesrand: Auf dem Fußweg zum Schloss Wilhelmshöhe sind erneut 20 Lampen mutwillig zerstört worden. Die MHK hat die Faxen jetzt dicke und prüft eine neue Beleuchtung. Foto: Koch

Kassel. Zum wiederholten Mal sind am Fußweg zum Schloss, der neben der Tulpenallee verläuft, Lampen mutwillig zerstört worden.

Insgesamt 20 der Leuchtstellen im Abschnitt zwischen der Endstation der Linie 1 und dem Schlosscafé seien in der Nacht zu Sonntag - nach den beleuchteten Wasserspielen im Bergpark - umgetreten worden, sagte Natascha Callebaut, Sprecherin der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) auf Anfrage. Dadurch sei Schaden in Höhe von 20.000 Euro entstanden.

Es ist bereits das vierte Mal, dass im großen Stil Lampen entlang des Fußwegs kaputt gemacht wurden - zuletzt waren im vergangenen September 45 Stück demoliert worden. Seit Aufstellung der Beleuchtung 2012 musste die MHK nach Angaben der Sprecherin 80.000 Euro für Ersatzlampen und Reparaturarbeiten ausgegeben.

Nach dem erneuten Vandalismus-Fall bleibt es entlang des Gehwegs vorerst dunkel. Wegen des Schadens wurde die Beuchtung abgeschaltet. Damit sich niemand an den Stümpfen einen Schlag holen kann, müssten die umgetretenen Leuchten zunächst überbrückt werden, erläutert Natascha Callebaut. Dann könne man die verbliebenen Leuchten wieder in Betrieb nehmen.

Bis zuletzt hatte die MHK noch Ersatzlampen auf Lager. Diese sind wegen der Vielzahl der Schadenfälle inzwischen aber aufgebraucht. Die letzten Exemplare wurden kürzlich eingebaut, nachdem drei Lampen gestohlen worden waren. In diesem Fall waren die Lampen fachgerecht vom Sockel abmontiert worden, berichtet Callebaut: „Das muss jemand gewesen sein, der sich auskannte.“

Bei den 20 zerstörten Lampen vom Wochenende handelt es sich hingegen offensichtlich um blinde Zerstörungswut. Die Polizei ermittelt und bittet um Hinweise von Zeugen, die Samstagnacht etwas Verdächtiges bemerkt haben.

Wegen der Häufung der Vandalismus-Fälle prüft die MHK jetzt, ob eine andere Beleuchtung entlang des Gehwegs angebracht wird. Das sei sehr ärgerlich, sagt Callebaut. Denn die aktuelle Variante habe man bewusst gewählt: Sie beleuchte einerseits den Weg gut für Fußgänger, blende Autofahrer nicht und füge sich gut in die Bergpark-Landschaft ein. Als Alternativen kämen in den Boden eingelassen Lampen in Frage. Die könnten aber durch Laub oder bei Schnellfall schnell verdeckt werden. Zudem bestehe wegen der Hanglage die Gefahr, das Autofahrer geblendet werden. Herkömmlichen Laternen mit Pfahl hingegen stellten einen Eingriff in das Landschaftsbild dar. Bis zum Beginn der dunklen Jahreszeit soll eine Lösung gefunden sein. (rud)

Hinweise an die Polizei: Tel. 0561/91 00.

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