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Wilhelmshöhe Open: Tscheche Vrbensky gewinnt Tennisturnier in Kassel

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Von: Maximilian Bülau

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Michael Vrbensky.
Der Sieger: der Tscheche Michael Vrbensky. © Dieter Schachtschneider

Am Samstag fand bei den Wilhelmshöhe Open das Endspiel im Doppel statt, einen Tag später das im Einzel. Beide Finals hatten am Ende einen verdienten Sieger. Der Weg dorthin war sehr unterschiedlich.

Kassel – Dieses Endspiel der Wilhelmshöhe Open hätte eines werden können, an das sich kaum Tennisfans erinnern würden. Es hätte auch eines werden können, über das noch lange gesprochen wird. Es wurde schließlich eines, das sehr unterhaltsam war – weil es nach anderthalb Stunden so aussah, als sei es gleich vorbei und dann 2:45 Stunden dauerte.

Aber von vorn: Sebastian Fanselow, zum vierten Mal auf der Anlage des KTC Bad Wilhelmshöhe dabei und bislang nie über die zweite Runde hinausgekommen, startete optimal in Match: mit einem Break, das er anschließend bestätigte, 2:0. Doch der Tscheche Michael Vrbensky, der eine souveräne Turnierwoche gespielt hatte, nur im spektakulären Halbfinale einen Satz abgeben musste (siehe Text unten), fand danach zu seiner Form, die ihn so weit gebracht hatte. Er nahm kurze Zeit später Fanselow den Aufschlag ab zum 2:2. Lange waren nun alle Spiele in der Reihe. 5:5. Dann 6:5 für Vrbensky. Im entscheidenden Moment war der 22-Jährige schließlich da und breakte den 30 Jahre alten Fanselow erneut. Zu Null! Satz eins ging also an den Tschechen, der anders als sein Gegner kaum Emotionen zeigte, extrem ruhig wirkte. Wenn er dann mal aus sich herauskam, waren es die wichtigen Momente. Fanselow sagte hinterher auch: „Er hat mir wenig Angriffsfläche über Emotionen gegeben und stark aufgeschlagen.“

Wichtige Momente gab es für Vrbensky im zweiten Satz dann einige. Schnell lag er 3:0 vorn, wenig später 5:1. Fanselow hatte sein hellblaues Shirt im zweiten Durchgang gegen ein rotes eingetauscht. Doch das schien keine Signalwirkung zu haben. Die 400 Zuschauer auf der ausverkauften Anlage am Fuß des Bergparks klatschten für ihn. Doch das Match schien nun ein schnelles Ende zu finden.

Und dann kippte es doch. Den ersten Matchball hatte der Tscheche beim Stand von 5:1, 40:30. Und er machte einen Doppelfehler. Wenig später hatte Fanselow das Break in der Tasche. Als Vrbensky wieder aufschlagen durfte, lag er 40:15 vorn, verspielte aber die nächsten beiden Matchbälle. Einstand. Vorteil Vrbensky – den vierten Matchball vergeben. Immer wieder streute er Stoppbälle ein, doch die kamen zu kurz oder wurden vom kampfstarken Fanselow erlaufen. Der nach 1:5 tatsächlich zum 5:5 kam. Doch Vrbensky wurde wieder sicherer, ging 6:5 in Führung, hatte bei Aufschlag seines Gegners die nächsten beiden Matchbälle. Fanselow wehrte auch die ab und holte sich den zweiten Durchgang im Tiebreak (7:3).

Es ging also über die volle Distanz. Doch der zweite Satz hatte Fanselow viel Kraft gekostet. Schnell lag er erneut 1:5 zurück. Und dieses Mal erholte er sich von diesem Rückstand nicht mehr. Zwar vergab Vrbensky auch Matchball Nummer sieben. Mit einem Ass war der achte dann aber genug. Mit einem 7:5, 6:7, 6:2 gewann er zum ersten Mal die Wilhelmshöhe Open in Kassel.

Hinterher klatschten die Zuschauer dann nicht nur für ihn, sondern auch für die erste Mannschaft des Klubs, die durch einen glatten Sieg in Rosbach an diesem Tag den Aufstieg in die Hessenliga feierte. Und auch der zweiten Mannschaft des Vereins gelang am Sonntag der Aufstieg. Und als wäre das noch nicht genug des Feierns, bekam Sponsorin Sandra Wiegmann, Direktorin des IntercityHotels, noch von allen auf der Anlage Verbliebenen ein Ständchen gesungen – sie hatte am Samstag Geburtstag gehabt. Wohl nicht nur der Sieger sagte hinterher: „Ich habe die Woche hier sehr genossen.“ (Maximilian Bülau)

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