Sanierung durch Verein

Badcafé: Förderverein Freibad Wilhelmshöhe soll marodes Gebäude übernehmen

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Einsatz für das Freibad Wilhelmshöhe: Mit der Sanierung des Cafégebäudes (im Hintergrund) soll schon bald begonnen werden. Auf unserem Foto sind (von links) Asita Hamraz, Rocco (Sohn von Ralph Raabe), Ralph Raabe, Lukas Dally (Initiative Junge Kultur) sowie Björn Klinger, Kuno Hottenrott und Bärbel Benderoth (Förderverein) zu sehen. 

Bad Wilhelmshöhe. Einen Pächter gibt es schon lange nicht mehr, das Gebäude verfällt immer mehr. Das Schwimmbadcafé auf dem Gelände des Wilhelmshöher Freibades müsste dringend saniert werden. Die Städtischen Werke als Eigentümer werden dafür allerdings keinen Euro in die Hand nehmen.

„Wir hätten das Gebäude eher abgerissen“, sagt Werke-Vorstand Norbert Witte.

Dazu wird es nicht kommen. Der Förderverein Freibad Wilhelmshöhe will die Immobilie, zu der auch der Kioskbereich im Erdgeschoss gehört, übernehmen. „Wenn die Städtischen Werke zustimmen, dann kümmern wir uns um den Erhalt und die Sanierung“, sagt Sportprofessor Kuno Hottenrott, der Vorsitzende des Fördervereins.

Ein entsprechender Vertrag wird nach Angaben von Norbert Witte bald unterschriftsreif vorliegen. An der prinzipiellen Bereitschaft, dem Verein die Verantwortung für das Gebäude zu übertragen, lässt er keinen Zweifel.

Weitere Infos zum Freibad Bad Wilhelmshöhe finden Sie in unserem Regiowiki.

„Für uns ist das ein wichtiges Signal, auf das viele potenzielle Unterstützer gewartet haben“, sagt der Fördervereinsvorsitzende. Es gebe Menschen, die bereit seien, auch größere Summen zur Verfügung zu stellen. Die wollten aber auch die Sicherheit, dass das Geld zweckgebunden verwendet wird. Mit dem Vertrag im Rücken könne man das garantieren.

Steht schon länger leer: Das Schwimmbadcafé in Wilhelmshöhe soll saniert werden.

Da sich in dem Förderverein auch Baufachleute engagieren, gibt es klare Vorstellungen, was zuerst geschehen muss. An erster Stelle stehe die Dachsanierung, sagt der Architekt Jörn Klinger. An mindestens zwei Stellen dringe Feuchtigkeit ein. Auch die Fenster will der Verein in Eigenleistung sanieren.

Insgesamt wird die Instandsetzung des Gebäudes um die 260.000 Euro kosten. In Kooperation mit der Initiative Junge Kultur Kassel soll das Café nach und nach aus dem Dornröschenschlaf geweckt werden. Ralf Raabe, der unter anderem die Szenelokale Arm und Weinkirche betreibt, will sich für das Freibad engagieren. „Hier habe ich im Sommer meine Jugend verbracht, das kann man doch nicht vor die Hunde gehen lassen“, sagt er. Das Freibad mit dem Café soll sich zu einem Kulturbad entwickeln und sich so von anderen Freizeiteinrichtungen abheben. Sonntagsbrunch mit Jazz, kleine Konzerte mit Kasseler Musikern und kulinarische Spezialitäten sind Stichworte für die Planung. Immer mit Rücksicht auf die Anwohner, wie die Initiatoren betonen.

Biobratwurst und Obst

„Zunächst einmal wollen wir zeigen, dass sich etwas tut im Freibad Wilhelmshöhe“, sagt Kuno Hottenrott. Mit dem Kioskbetrieb will man schon zum Saisonauftakt im Mai starten. Da soll es dann neben Pommes und Biobratwurst auch frisch gepresste Säfte und Obstsalate geben.

Von Thomas Siemon

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