Hitze-Vorhersage für die kommenden Tage

Badespaß mit viel mehr Platz in Kassels Freibädern

Die Brüder Janis (von links), Elias und Aaron Baumann stehen auf dem Dreimeterbrett im Auebad in Kassel.
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Ausnahmsweise zu dritt auf dem Dreier: Die Brüder Janis (von links), Elias und Aaron Baumann freuen sich über die kurzen Schlangen vor der Sprunganlage im Auebad.

Der Sommer kommt. Die Menschen zieht es in die Freibäder. In Kassel müssen seit einem Monat die Tickets vorbestellt werden. Wie läuft der Badespaß unter den neuen Bedingungen?

Es wird warm. Ach, quatsch. Es wird heiß. Für die kommenden Tage sind hochsommerliche Temperaturen von über 30 Grad angesagt. Logisch, dass es die Menschen dann in die Freibäder zieht. Seit etwas mehr als einem Monat müssen in Kassel die Tickets vorab im Internet gebucht werden. Ein guter Anlass, um zu gucken, was unter den neuen Bedingungen gut und schlecht läuft:

Das ist top

Der Raum: Wegen der Corona-Beschränkungen sind sowohl im Auebad als auch in Wilhelmshöhe und Harleshausen nur 250 Gäste zugelassen. Das bedeutet: Badespaß mit viel mehr Platz im Vergleich zu den Vorjahren. Nicht nur im Becken, sondern auch auf den Liegewiesen. Und: „Jetzt kann ich viel öfter springen“, sagt der neunjährige Elias Baumann, der mit seinem Vater und seinen zwei Brüdern extra aus Trendelburg gekommen ist. Denn vor der Sprunganlage im Auebad bilden sich in diesen Tagen keine endlosen Schlangen. Maria Nehrdich, die mit ihrer Familie das Freibad Wilhelmshöhe besucht, findet es angenehm, dass es nicht so voll ist: „Alles ist entzerrter.“

Die Organisation: Heiko Baumann, der Papa von Elias, schwärmt von der Organisation beim Einlass: „Alles läuft reibungslos.“ Die Tickets vorab online zu buchen, mache die Sache unkomplizierter. Ruckzuck kämen die Gäste durch, sie müssten nur ihren jeweiligen Code vorzeigen, der dann gescannt wird. So löse sich die Schlange vor dem Eingang schnell auf. Bei einem früheren Besuch habe er zudem beobachtet, wie das Personal die Anlagen desinfiziert hat. „Das ist toll gelöst“, sagt Baumann.

Wenn jemand die Karten nicht vorbestellt hat, gibt es trotzdem Lösungen. Oskar Anger, der in Wilhelmshöhe an der Kasse eingesetzt ist, erklärt: „Wenn das Kontingent nicht ausgeschöpft ist, lassen wir spontan auch noch Leute rein.“ Natürlich müssten die Nachrücker ein Kontaktformular ausfüllen.

Die Disziplin: Und apropos Sicherheit: Auch in dieser Hinsicht gebe es nichts zu meckern, sagt Bäderchef Jens Herbst. „Die Leute sind sehr diszipliniert und achten auf die Abstände.“ Zur Not müssten Bademeister oder Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Protex kurz eingreifen.

Das ist so lala

Die Zeitfenster: Gäste dürfen in Kassel nur zu bestimmten Uhrzeiten die Bäder betreten. Und sie dürfen nur festgelegte Zeitfenster von 2:45 Stunden buchen. Dadurch gehe die Spontanität ein wenig flöten, sagt Heiko Baumann. „Gebucht ist gebucht. Und wenn ein Termin dazwischen kommt, verfallen die Tickets.“ Wie Baumann findet es auch Maria Nehrdich schade, dass sie nach weniger als drei Stunden gehen müsse. Das anschließende Zeitfenster darf zwar ebenfalls gebucht werden, „aber das kostet ja wieder“. Zudem müsse sie das Bad trotzdem verlassen, damit die Anlage gereinigt und der neue Code gescannt werden kann.

Die Auslastung: Für die Gäste ist der Badespaß mit Freiraum klasse. Für den Betreiber, die Städtischen Werke, eher weniger. „Natürlich würde es sich für uns mehr rentieren, wenn wir mehr Leute hineinlassen dürfen“, sagt Herbst. Dass bislang nicht so viele Besucher kamen, läge aber nicht nur an Corona, sondern auch an dem durchwachsenen Wetter der vergangenen Wochen.

Die Attraktionen: Die Sprungtürme im Auebad werden zwar geöffnet. Andere Attraktionen wie die große Rutsche in Wilhelmshöhe bleiben aber coronabedingt geschlossen. Zum Leidwesen von Jean-Gabriel, dem Sohn von Maria Nehrdich. Der Neunjährige sagt aber auch: „Ich bin froh, dass die Freibäder überhaupt geöffnet haben.“

Von Robin Lipke

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