Mittelweg zwischen Freizeitinteressen und Wasserqualität

Badeverbot am Buga-See ist aufgehoben

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Traumhaftes Wetter, aber keine Schwimmer: Das Baden im Bugasee war bislang wegen des starken Algenwuchses verboten. 

Kassel. Die Stadt Kassel hat das Badeverbot am Bugasee wieder aufgehoben. „Wir haben eine Lösung gefunden, wie wir den Bugasee als Badesee erhalten können“, sagt Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). Künftig würden die Bereiche rund um die fünf Badestrände von Algenbewuchs freigehalten.

Damit soll vermieden werden, dass Schwimmer dort mit großwüchsigen Unterwasserpflanzen in Kontakt kommen. 2013 hatten sich eine Frau aus Fuldabrück und ein Niestetaler in diesen Pflanzen verfangen und waren in Not geraten. Daraufhin wurde der Bugasee aus Sicherheitsgründen gesperrt.

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„Ein komplettes Ausmähen der bis zu zwei Meter langen Unterwasserpflanzen ist aus Gründen der Wasserreinhaltung nicht sinnvoll“, sagt Jörg Gerhold vom Umwelt- und Gartenamt. So würden die Bestände außerhalb der gekennzeichneten Badebereiche weiterhin nicht gemäht.

Grund: Die Wasserpflanzen stünden in Nahrungskonkurrenz zu den giftigen Blaualgen, die ebenfalls im Bugasee vorkommen. Würde der Bestand an großwüchsigen Wasserpflanzen zu stark dezimiert, werde einer explosionsartigen Ausbreitung der Blaualge Vorschub geleistet. „Auch dann muss der Bugasee gesperrt werden“, sagt Gerhold. Zuletzt sei das im Sommer 2008 passiert. Bei Blaualgen handelt es sich um Bakterien, die Kreislauf- und Nervengifte produzieren und Hautreizungen hervorrufen.

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Mit der neuen Lösung hofft das Umwelt- und Gartenamt einen Mittelweg zwischen Freizeitinteressen und Wasserqualität gefunden zu haben. „Künftig werden die Badegäste auf das Vorkommen von großwüchsigen Unterwasserpflanzen außerhalb der Badestrände durch Warnschilder hingewiesen“, sagt Gerhold. Die Schilder würden rund um den See aufgestellt. An den Hauptzugängen zum Bugasee ergänzen Übersichtskarten und Gefahrenhinweise das Informationsangebot.

Von Boris Naumann

Archivvideo: Badeverbot am Bugasee

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