Angriff auf den Kritiker

Kämmerer widerspricht Schwimmbad-Förderverein Wilhelmshöhe

Momentan im Winterschlaf: Das Freibad Wilhelmshöhe soll im Frühjahr noch einmal für Badegäste geöffnet werden. Foto: Koch

Kassel. „Unseriös“, „sachlich nicht haltbar“ – Kämmerer Dr. Jürgen Barthel fand deutliche Worte. Ziel seiner Kritik war Prof. Kuno Hottenrott. Der Vorsitzende des Fördervereins Schwimmbad Bad Wilhelmshöhe hatte gesagt, es gebe erhebliches Sparpotenzial bei der Sanierung des Freibades.

Darüber, dass die bisher genannten Sanierungskosten von zehn Mio. Euro für beide Bäder zu hoch seien, habe man bei einem Treffen mit Barthel Einigkeit erzielt, sagte Hottenrott. Diese Aussage – laut Barthel handelte es sich um ein vertrauliches Gespräch – bewegte die Stadt offenbar zum Gegenschlag.

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Bei einer Pressekonferenz nahmen sich Barthel und der Geschäftsführer der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV), Norbert Witte, die Argumente Hottenrotts vor: Es sei „völliger Unsinn“, dass man bei der Kostenschätzung der Bädersanierungen mit falschen Zahlen operiere oder eine „Luxussanierung“ anstrebe. Man lege Wert auf eine realistische Schätzung.

Zwar hätten die Städtischen Werke einmal irrtümlich mit Bruttozahlen, also inklusive Umsatzsteuer, argumentiert. Wer deswegen Täuschung unterstelle, wolle aber die Debatte nur emotional belasten. Zudem sei eine Investitionssumme von zehn Millionen für beide Bäder auch netto realistisch, da Baukosten in der Regel über Kalkulationen lägen. Zudem seien die Untersuchungen in den Bädern „ausreichend, verlässlich und eindeutig“. Die bisherigen Aussagen des von Hottenrott beauftragten Ingenieursbüros seien dagegen „wachsweich formuliert und nicht belastbar“.

Der Förderverein rechnet mit Sanierungskosten von 2,45 Mio. Euro statt der von der KVV veranschlagten 4,22 Mio. Hottenrott habe einfach Zahlen der KVV-Vorlage ausgetauscht – ohne Prüfung durch Ingenieure, monieren Barthel und Witte. Das bestreitet Hottenrott nicht. Sein Vorschlag werde nun durch Fachleute geprüft, das sei so abgesprochen gewesen. Die Attacke Barthels sei nicht fair.

Von Göran Gehlen

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