Kritik an SPD-Vorstoß - Widerspruch bei FDP

Freibäder: Wellen gehen weiter hoch

Anja

Bad Wilhelmshöhe. Die Debatte um die Freibäder geht weiter: Die Pläne der SPD für den Abriss des Freibades Wilhelmshöhe seien unverantwortlich, sagt die Ortsvorsteherin von Bad Wilhelmshöhe Anja Lipschik (Grüne). Das Freibad habe eine wichtige Funktion für die Naherholung in Kassel und ein Einzugsgebiet über den Stadtteil hinaus.

„Wenn dieses Bad einmal zerstört ist, wird nie wieder etwas Ähnliches in der Stadt entstehen“, sagt sie. Es sei nicht nachzuvollziehen, dass die Rathaus-SPD den Stadtteil auf eine polemische Art und Weise als „nicht kinderreich genug“ bezeichne. Bad Wilhelmshöhe habe unter anderem durch die Marbachshöhe zur dynamischen Entwicklung Kassels in hohem Maße beigetragen.

Sowohl die Ortsbeiräte, die beiden Fördervereine, der Bürgerverein und engagierte Menschen aus mehreren Stadtteilen arbeiten laut Lipschik seit zwei Jahren an einer Lösung für die Freibäder in Wilhelmshöhe und Harleshausen. Hierzu zähle auch die Suche nach kostengünstigen Alternativen. Dazu steht auch die SPD im Stadtteil. „Dieses Engagement ist, genauso wie der Einsatz der Menschen in Harleshausen für ihr Bad, ein ernst zu nehmendes Zeichen der Bürgerbeteiligung und sollte gewürdigt werden“, sagt der stellvertretende Ortsvorsteher von Wilhelmshöhe, Armin Ruda (SPD).

Der FDP-Kreisverband Kassel hat sich beim Thema Freibadschließung sehr deutlich gegen die Position des Fraktionsvorsitzenden der Liberalen im Rathaus, Frank Oberbrunner, gestellt. Dieser hatte die Schließung der Bäder in Harleshausen und Bad Wilhelmshöhe gefordert und gesagt, die Diskussion über den Erhalt müsse „als die Lebenslüge einer Vielzahl von Stadtverordneten entlarvt werden“. Die Äußerung stehe im Widerspruch zur Beschlusslage seiner Partei, sagt der Kreisvorsitzende Matthias Nölke. Oberbrunner habe seine private Meinung geäußert. „Dass er dafür sein Amt als Fraktionsvorsitzender missbraucht, wird missbilligt“, sagt Nölke.

Die FDP in Kassel unterstütze das ehrenamtliche Engagement der Bürger zum Erhalt der Freibäder. Sie setze sich für eine Bädergenossenschaft als Träger der Einrichtungen ein. Bürger könnten durch den Erwerb von Anteilen ihr Interesse am Erhalt der Bäder zeigen.

Der FDP-Kreisverband bitte für die „verbalen Entgleisungen des Fraktionsvorsitzenden“ bei allen Stadtverordneten um Entschuldigung. Die anderen Fraktionsmitglieder sollen dafür Sorge tragen, „dass der Fraktionsvorsitzende künftig solche privaten Äußerungen unterlässt“. (tos/hai)

Archivfotos:  Koch/Fischer

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