Kämmerer: Freibäder Wilhelmshöhe und Harleshausen notfalls schließen

Kassel. Seit Freitag weht der Richtkranz über dem neuen Auebad: 31 Millionen Euro lässt sich die Stadt das kombinierte Hallen- und Freibad kosten, das keine Wünsche offenlassen soll.

Sport- und Freizeitbecken, Sprungturm, Rutsche, Saunalandschaft und Solarium - Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) sprach beim Richtfest vom „schönsten Bad zwischen Hannover und Frankfurt, vielleicht auch zwischen Hamburg und München“. Der Neubau entsteht anstelle des alten Auebades aus den 1950er-Jahren, dessen Sanierung sich nicht mehr gerechnet hätte.

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Mit vertretbarem finanziellen Aufwand nicht mehr zu sanieren sind nach Ansicht von Kämmerer und Bäderdezernent Dr. Jürgen Barthel (SPD) auch die Freibäder Wilhelmshöhe und Harleshausen. Wenn es nach ihm geht, dann wird es vorerst keine weitere Sanierungen geben. „Ich halte es nicht für sinnvoll, weitere zehn Millionen Euro in die Sanierung der Freibäder in Harleshausen und Bad Wilhelmshöhe zu stecken. Ich habe Sorge um die Zukunft der Stadt.“ Man müsse jetzt abwarten, wie sich Stadt und Land in den kommenden fünf bis zehn Jahren entwickelten und dann entscheiden, ob eine Sanierung der maroden Freibäder zu verantworten sei. Zurzeit sieht Barthel keinen Spielraum. „Wenn die Städtischen Werke als Betreiber beider Bäder sagen, dass die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann, dann müssen wir sie zur Not schließen.“

Die Mitarbeiter müssten sich keine Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen. „Niemand verliert seinen Job. Im Gegenteil, es werden noch mehr Leute eingestellt“, sagt Barthel. Er sieht die Zukunft in Bädern, die das ganze Jahr geöffnet haben. Problem bei reinen Freibädern seien Schlechtwetterphasen auch im Sommer. Die Zahlen sprechen für sich. In Mai und Juni wurden nur 30 370 Tickets für die Bäder in Harleshausen und Bad Wilhelmshöhe verkauft.

Von Ellen Schwaab und Ulrike Pflüger-Scherb

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