2011 nur 275 000 Schwimmer in Kassel – 1972 waren es 1,4 Mio.

Kassels Bäder verloren mehr als eine Million Besucher

Kassel. In den vergangenen 40 Jahren sind die Besucherzahlen in den Kasseler Schwimmbädern um über eine Million zurückgegangen. Im Rekordjahr 1972 zählten die Städtischen Werke 1,43 Millionen Gäste in den Hallen- und Freibädern.

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Im vergangenen Jahr besuchten nur noch 275 000 Menschen die Bäder. 2010 waren es sogar nur 244 000 Besucher. Die Stadt musste die Bäder mit 2,97 Millionen Euro bezuschussen.

Bei den Städtischen Werken führt man den Rückgang der Besucher auf verschiedene Ursachen zurück. Sprecherin Heidi Hamdad nennt als einen Grund den Investitionsstau, der sich vor allem in den Freibädern in Wilhelmshöhe und Harleshausen bemerkbar mache. Hinzu kommt ein geändertes Freizeitverhalten der Menschen. „In den 70er-Jahren mussten sich Hallen- und Freibäder nicht der breiten Konkurrenz der heutigen Angebotspalette stellen“, sagt der Freizeitforscher Prof. Ulrich Reinhardt (Hamburg).

Video aus dem Archiv: Bauarbeiten im neuen Auebad

Auf die sinkende Besucherzahl habe die Stadt Kassel bereits mit der Schließung des Hallenbads Ost und des Auebads reagiert, sagt Kämmerer Dr. Jürgen Barthel (SPD). Die Stadt wolle die Bäderlandschaft so konzipieren, dass die Betriebskosten langfristig niedrig ausfallen. Für Barthel ist es deshalb wichtig, dass Hallen- und Freibad an einem Ort liegen, so wie beim Kombibad, das derzeit für mehr als 30 Mio. Euro am Auedamm gebaut wird.

Angesichts der „dramatischen Schuldenkrise“ plädiert Barthel dafür, derzeit nicht in die sanierungsbedürftigen Freibäder in Wilhelmshöhe und Harleshausen zu investieren, sondern abzuwarten. Es sei nicht sinnvoll, auch mit Blick auf die wenigen Nutzer, jetzt dafür weitere zehn Mio. Euro Schulden zu machen. Auch im Landkreis gehen die Zahlen zurück: In den Aqua-Park (Baunatal) kamen im Vorjahr knapp 180 000 Badegäste. Das sind weit über 20 000 weniger als 2010.

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