Konkurrenz zwischen Kassels Bädern

Kurhessen Therme setzt auf Architektur der 80er-Jahre

+
Seit Jahren konstante Besucherzahlen: Die Therme bietet verschiedene Schwimmbereiche im Innen- und Außenbereich.

Kassel. Dass die Kurhessen-Therme in einigen Bereichen an das Ambiente der 80er-Jahre erinnere, das hat auch Michael Dunkel, Geschäftsführer der Therme, schon als Rückmeldung von Kunden erhalten. „Wir erneuern und renovieren ständig“, sagt Dunkel.

Im vergangenen Jahr sei der Ruheraum umgestaltet und aktuell das Gradierwerk saniert worden. Ab Mai soll zudem eine Kurbad-Ärztin eine Praxis eröffnen. „Wir spezialisieren uns im Bereich Gesundheit“, sagt Dunkel. Das unterscheide sich vom Auebad, das er nicht als Konkurrenz sieht.

Der Stil des Bades soll sich auch in den kommenden Jahren nicht ändern. Die Zahl der Kunden sei stabil. „Natürlich haben wir nicht die Zahlen wie in den 1980er-Jahren, als an einem Tag 4400 Menschen hier waren“, sagt Dunkel. Solche Zahlen seien aber schon damals außergewöhnlich gewesen.

Lesen Sie auch: 

Hitzige Diskussionen um Saunen: Läuft das Auebad der Therme den Rang ab?

Auch wenn grundsätzlich die Art des Bades nicht verändert werden soll, gebe es Überlegungen, zu erweitern.

Der Besitzer der Therme, Werner Wicker, habe gerade das „Schwesterbad“ der Therme in Bad Homburg für zehn Millionen Euro ausgebaut. Dort ist in der Taunus-Therme ein „Hamam-Paradies“, also ein türkisches Bad, entstanden. Man könne sich so etwas auch in Zukunft hier vorstellen, sagte Dunkel.

Zur Kritik der höheren Preise im Vergleich zum Auebad sagte Dunkel, dass die Therme ein größeres und anderes Angebot habe. Zudem seien die Preise in den vergangenen fünf Jahren trotz wachsender Energiekosten nicht gestiegen.

Eins sollte bei der Diskussion nicht vergessen werden: Die Eintrittspreise im Auebad werden durch Steuermittel subventioniert. Bei den Städtischen Werken freut man sich natürlich darüber, dass das Bad und besonders die neue Saunalandschaft so gut angenommen werden.

Besonders an den Wochenenden und in den Abendstunden ist der Saunabereich voll, mitunter wird um die Liegen gestritten.

„Das ist aber auch alles wetterabhängig“, sagt Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke. „Wir können keine öffentliche Einrichtung nach dem Spitzenbedarf planen.“ Die 88 Spinde im Saunabereich (jeweils 44 für Frauen und Männer) sind jedenfalls oft belegt, dann müssen die Saunagänger in die Umkleiden der Schwimmhalle ausweichen.

Man könnte noch einige Spinde in den Sauna-Umkleiden aufstellen, sagt Schwimmbad-Architekt Norbert Schöfer. Aber dann werde es enger. Irgendwann seien die Kapazitäten eben erschöpft. Der Saunabereich im Auebad sei für 75 bis 80 Besucher ausgelegt.

Von Ulrike Plfüger-Scherb und Max Holscher

Hintergrund: Auebad und Therme - Die Preise im Vergleich

Im Auebad an der Fulda kostet die Sauna inklusive Hallenbadbenutzung (sowie Freibadnutzung während der Sommersaison) für drei Stunden 11,50 Euro und für den ganzen Tag 14,50 Euro. Es gibt keinen ermäßigten Tarif. In der Kurhessen Therme gelten folgende Tarife: 1,5 Stunden 13 Euro 2 Stunden 15 Euro 3 Stunden 17,50 Euro 4 Stunden 19 Euro Tageskarte 25 Euro. In beiden Einrichtungen gibt es die Möglichkeit, durch Mehrfach-/Bonuskarten zu sparen. (use)

 

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.