Viel Platz für Abgehärtete

Hoffnung auf Sonne: Trotz Kälte bleiben Bäder bis 7. September offen

Nur die Harten kommen ins Becken: Kurt Baddenhausen, Ehrenvorsitzender des Fördervereins des Freibads Harleshausen, schwamm auch gestern Mittag. Foto:  Koch

Kassel. „Das ist für uns sehr ärgerlich, zumal wir so gut in die Saison gestartet sind“, sagt Prof. Kuno Hottenrott, Vorsitzender des Fördervereins des Freibads in Bad Wilhelmshöhe. Hottenrott spricht von dem schlechten Wetter und den daraus resultierenden niedrigen Besucherzahlen in den Kasseler Freibädern.

Am vergangenen Sonntag waren im Wilhelmshöher Bad gerade mal 112 Gäste, in Harleshausen waren es nur 99 Schwimmer. Und das im Hochsommer.

Jens Herbst, Bäderchef bei den Städtischen Werken, geht davon aus, dass dieser Sommer mit Blick auf die Besucherzahlen der schlechteste seit 2007 wird. „Das war auch ein verheerendes Jahr. Damals hatten wir in Wilhelmshöhe insgesamt 41 000 Badegäste und in Harleshausen 29 500.“

Ganz so schlecht wird es nicht werden: Bis zum vergangenen Sonntag, 24. August, zählten die Städtischen Werke in Bad Wilhelmshöhe immerhin 41 605 und in Harleshausen 35 038 Gäste. Und die beiden Bäder haben - so wie der Freibadbereich des Auebads auch - noch bis zum Sonntag, 7. September, dem Ende der Sommerferien, geöffnet.

Die Zahlen sehen im Auebad (Mai bis 24. August) mit 124 988 Gästen wesentlich besser aus. Aber dort können die Besucher bei Regen und Kälte ja auch in das Hallenbad ausweichen. Die Städtischen Werke hätten allerdings nicht die Absicht, die Freibäder wegen des schlechten Wetters früher zu schließen, sagt Herbst. „Wir hoffen immer noch auf besseres Wetter in den Sommerferien. Und jeder schöne Tag wird von den Besuchern jetzt auch genutzt.“ Da die Becken alle beheizt sind, sei das Wasser jedenfalls gleichbleibend warm.

In Vellmar hat man auf das schlechte Sommerwetter bereits reagiert. „Wir haben eine Klausel in der Bäderordnung“, sagt Astrid Kneuer, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung. Bei unter 21 Grad Lufttemperatur beziehungsweise bei anhaltendem Regen habe das Vellmarer Freibad nur noch zwischen 16 und 18 Uhr geöffnet. Seit vergangener Woche Freitag bis einschließlich gestern galt bereits diese Zwei-Stunden-Öffnung.

Ziel: 100.000 Besucher

Von solchen Plänen ist man in Bad Wilhelmshöhe weit entfernt. „Wir haben das Ziel, mittelfristig durch verschiedene Maßnahmen wieder 100 000 Besucher pro Saison zu erreichen“, sagt Hottenrott. Dazu gehörten eine Sauna, die insbesondere während der Übergangsphase im Mai genutzt werden soll und ein Aufwärmraum. Besonders für ältere Menschen sei es derzeit ein Problem, dass es in dem sanierungsbedürftigen Bad keine richtige Umkleidekabine gebe, sagt Hottenrott.

Zudem setze man nach der Sanierung des Bades im Jahr 2016 auf flexiblere Öffnungszeiten, wie zum Beispiel in den Abendstunden. Hottenrott weiß allerdings, dass Nachtschwimmen auch nur dann angenommen wird, wenn das Wetter wesentlich besser als derzeit ist.

Von Ulrike Pflüger Scherb

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