Zukunft der Kasseler Freibäder

Bäder: Rot-Grün rechnet mit Entscheidung bis Ende des Jahres

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Unklare Zukunft: Wo die Kasseler in Zukunft ins Freibad gehen können, soll sich bis Ende des Jahres klären. Unser Foto zeigt das Harleshäuser Freibad.

Kassel. Nach jahrelangem Aufschieben soll sich nun in der Bäderfrage endlich etwas tun: Noch für dieses Jahr rechnen SPD und Grüne mit einer Entscheidung darüber, wie es mit den maroden Freibädern in Harleshausen und Wilhelmshöhe weitergeht.

Auch aus diesem Grund hatte es die SPD abgelehnt, in der Sondersitzung der Stadtverordneten am Montag über eine provisorische Instandsetzung der Bäder nach der Winterpause abzustimmen, wie sie die CDU beantragt hatte.

Schon zweimal, zuletzt dieses Frühjahr, hatte sich die Mehrheit der Stadtverordneten gegen die Stimmen der SPD für die „schnellstmögliche“ Sanierung der Bäder ausgesprochen. Bisher war der Beschluss an der Finanzierung gescheitert.

Bisher kein Geld im Haushalt

Der rot-grün besetzte Magistrat hat in seinem Haushaltsplanentwurf für 2014 kein Geld für eine Sanierung oder einen Neubau eingestellt. Für den Betrieb aller Kasseler Bäder sind im Entwurf aber wieder (wie 2013) 5,7 Mio. Euro Zuschuss vorgesehen. Am 27. November beraten die Stadtverordneten über den Haushalt und am 9. Dezember stimmen sie ab.

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„Wir brauchen jetzt eine endgültige Lösung“, sagte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Christian Geselle. Der Beschluss über den Erhalt der Bäder sei „das Papier nicht wert, auf dem er steht“. Denn es sei kein Geld vorhanden. Und jeder, der etwas anderes behaupte, solle sagen, woher das Geld genommen werden solle. „Wir müssen dem Bürger ehrlich sagen, was in der gegebenen Haushaltssituation geht und was nicht“, sagte Geselle.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Gernot Rönz, geht ebenfalls davon aus, dass die endgültige Entscheidung über die Bäder in den Haushaltsverhandlungen fallen wird. „Ja, die Entscheidung wird noch dieses Jahr fallen.“ Die grüne Fraktion hatte bislang immer für den Erhalt beider Standorte gestimmt, die grünen Magistratsmitglieder waren aber an der Entscheidung beteiligt, die Sanierungskosten nicht in den Haushaltsplanentwurf aufzunehmen. Weil die Fraktionen von SPD und Grünen sich bei den Freibädern uneinig sind, wird im Herbst innerhalb der Rathaus-Kooperation eine schon lange dauernde Auseinandersetzung zu lösen sein.

Der CDU-Fraktionschef Dr. Norbert Wett befürchtet, dass die SPD die Bäder „auf dem kalten Weg“ schließen will. Er vermutet, die SPD wolle sich deshalb nicht zumindest auf eine provisorische Instandsetzung für die nächste Saison festlegen, weil ihr damit ein Argument verloren gehe. So könne die Stadt eine Wiedereröffnung wegen technischer Mängel ablehnen.

Die Städtischen Werke haben als Betreiber mitgeteilt, sie hätten die Bäder winterfest gemacht. „Zu Beginn der Saison 2014 werden wir entscheiden, ob wir sie öffnen. Das hängt von der Stadt ab“, sagte Werkesprecher Ingo Pijanka.

Von Bastian Ludwig

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