17 Schulen in Kassel und dem Landkreis müssen den Schwimmunterricht ausfallen lassen

Bädermangel: Jedes dritte Kind kann nicht schwimmen

Kassel. Jedes dritte Kind kann nicht schwimmen. Das sagt eine neue Studie, die die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) in Auftrag gegeben hat. Eine Folge: Im vergangenen Jahr starben bundesweit 474 Menschen in Flüssen, Seen und Schwimmbädern.

Auch unter Erwachsenen ist die Zahl der Nichtschwimmer hoch: Ein Viertel aller Deutschen bezeichnet sich als "schlechte Schwimmer oder Nichtschwimmer“. "Das ist eine verheerende Bilanz“ sagt der Kasseler Stadtverordnete und schulpolitische Sprecher der CDU, Michael von Rüden.

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Er sieht einen Zusammenhang zwischen der Zunahme von Nichtschwimmern und mangelnden Möglichkeiten für Schulen, im Sportunterricht Schwimmen anbieten zu können. Der Grund: Den Schulen stehen immer weniger Schwimmbäder zur Verfügung. Seit Juni 2007 haben bundesweit mehr als 300 Frei- und Hallenbäder sowie Lehrschwimmbecken geschlossen. Entweder sind kommunale Sparmaßnahmen oder Reparaturstau die Ursache.

Nach Informationen der DLRG haben bundesweit 20 Prozent aller Grundschulen keinen Zugang mehr zu Schwimmbecken. In und um Kassel ist die Situation des Schwimmunterrichts nicht im gleichen Maße dramatisch, von Rüden bezeichnet sie dennoch als „stark verbesserungswürdig“.

Nach einer Bilanz von Schuldezernentin Anne Janz fallen wegen der Sanierung des Hallenbads Süd 27 Stunden Schwimmuntericht pro Woche aus, die nur teilweise an anderen Standorten ersetzt werden. Betroffen sind Schulen im gesamten Stadtgebiet.

Sieben Schulen müssen den Schwimmunterricht ausfallen lassen und anderes anbieten. Im Landkreis Kassel ist die Lage ebenfalls kritisch: Nach einer Erhebung von 2005 können sechs Grundschulen und vier Geamtschulen kein Schwimmen anbieten. „Daran hat sich bis heute nicht viel geändert“, sagt Kreis-Sprecher Harald Kühlborn. (chr)

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