Pilzbefall und hohle Stellen

Bäume an Drusel gefällt: Gartenamt weist Kritik von Anwohner zurück

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Bachlauf mit Baumresten: An der Drusel in Bad Wilhelmshöhe wurden im Auftrag der Stadt mehrere Bäume gefällt. Anwohner Floris Neusüss ärgert sich darüber.

Kassel. An der Drusel in Bad Wilhelmshöhe sind mehrere Bäume gefällt und andere beschnitten worden. Einen nachvollziehbaren Plan kann Floris Neusüss dabei nicht erkennen.

„Hier werden gesunde Bäume abgesägt“, sagt der 76-jährige ehemalige Professor an der Kasseler Kunsthochschule, der in der Nähe des Bachlaufs wohnt. Er macht sich Sorgen um die Zukunft des Naherholungsgebiets. „Wenn Privatleute große Bäume fällen, dann müssen sie nachpflanzen, für die Stadt scheinen andere Regeln zu gelten“, sagt er.

Das städtische Umwelt- und Gartenamt weist diese Kritik zurück. Seit gut einem Jahr habe man die Zuständigkeit für die so genannten Wasserbäume vom früheren Kasseler Entwässerungsbetrieb (heute Kasselwasser) übernommen, sagt Sachgebietsleiter Klaus Harbusch.

Erheblicher Pilzbefall

Die städtischen Kontrolleure hätten nicht nur Bäume an der Drusel, sondern auch an anderen Wasserläufen wie der Losse und dem Wahlebach überprüft. Dabei habe man teilweise erheblichen Pilzbefall in den Kronen und gefährliche Hohlstellen in den Stämmen festgestellt. „Wir müssen für die Verkehrssicherheit sorgen, aus reiner Willkür wird kein Baum gefällt“, sagt Harbusch.

An der Drusel seien sieben größere Pappeln, Weiden und Erlen nicht mehr standsicher gewesen. Falls die Untere Naturschutzbehörde Nachpflanzungen verlange, werde man das auch machen.

Floris Neusüss hat sich als Nichtfachmann Unterstützung von einem ehemaligen Kollegen an der Universität geholt. Auch der habe Zweifel daran, dass die Arbeiten an der Drusel fachgerecht ausgeführt wurden. „Es gab einigen Nachholbedarf, doch dafür werden die Eingriffe in den kommenden Jahren sehr viel geringer ausfallen“, sagt Klaus Harbusch. Das Gartenamt informiere die Kollegen von Kasselwasser, die dann eine Fachfirma beauftragten. Die Behörde sei verpflichtet, für die Sicherheit auf den Wegen an der Drusel zu sorgen. Nur aus diesem Grund habe man einige Bäume fällen müssen. (tos)

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