Gartenamt will Parkanlage rund um die Lutherkirche im Januar auslichten

Gartenamt will Parkanlage rund um die Lutherkirche im Januar auslichten: 23 Bäume müssen fallen

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Zu großes Gedränge: Die Bäume am Lutherplatz kommen sich gegenseitig ins Gehege. Damit sie wieder mehr Platz haben, sollen 23 jüngere Bäume gefällt werden.

Kassel Mitte. Die Bäume sind zu dieser Jahreszeit kahl, Schnee bedeckt die Wiese. Im Sommer ist der Lutherplatz mit seinem großen Baumbestand eine grüne Oase mitten in der Stadt. Das soll auch so bleiben, selbst wenn nun 23 Bäume der Axt zum Opfer fallen.

Der Kahlschlag ist laut Volker Lange vom Umwelt- und Gartenamt nötig, um den Lebensraum der alten Bäume zu sichern. „Die bedrängen sich gegenseitig“, sagt Lange über den dichten Bewuchs. Auf dem Lutherplatz wachsen 116 Bäume, darunter große, alte Exemplare und elf Naturdenkmale: 100 bis 150 Jahre alte Eschen, Eichen und Tulpenbäume. Die Anlage rund um die Lutherkirche steht als Gartenkulturdenkmal unter besonderem Schutz.

Als Untere Denkmalbehörde für derartige Denkmale sei das Umwelt- und Gartenamt bemüht, den Parkcharakter des Lutherplatzes mit seinen freiwachsenden, malerischen Bäumen zu erhalten, erklärt Lange. Dies sei aber nur möglich, wenn zwischendurch ausgelichtet werde. In den vergangenen zehn bis 30 Jahren seien die jüngeren Bäume, meist Blaufichten, Birken und Wildkirschen, stark herangewachsen. Nicht alle wurden gepflanzt, etwa zehn seien Wildlinge - Bäume, die sich selbst aussäten. Eine 40 bis 50 Jahre alte Esche in der Nähe des alten Pfarrhauses sei auch krank, Triebe und Äste trockneten aus und fielen ab. „So einen Baum kann man nicht halten“, sagt der Fachmann. „Der stellt ein Sicherheitsrisiko dar.“

Die 23 Bäume sollen im Januar gefällt werden, wenn es das Wetter zulässt. Der Boden muss laut Lange gefroren sein, „damit wir nicht zuviel kaputt machen“. Bei sehr viel Schnee und Eis werde man die Arbeiten möglicherweise auch in den Herbst verlegen.

Die gefällten Bäume sollen ersetzt werden. „Für jeden Baum, den wir fällen, pflanzen wir einen nach“, versichert Lange. Auf dem Lutherplatz werden es aber nur fünf bis sieben Bäume sein. Der Ortsbeirat Mitte will 4500 Euro aus seinen Dispositionsmitteln dafür bereitstellen, Die übrigen Bäume sollen auf verschiedene Standorte im Stadtgebiet verteilt werden wie zum Beispiel an der oberen Druseltalstraße. Die Kosten belaufen sich laut Lange je nach Größe und Art auf 200 bis 400 Euro pro Baum.

Die Pläne sind mit der Kirchengemeinde abgestimmt. Der Lutherplatz gehört der Kirche. „Mit Wildwuchs ist keinem gedient“, sagt Kirchenvorsteher Dr. Hans-Helmut Horn. Acht Platanen zwischen Kirchturm und Gemeindehaus seien viel zu dicht gepflanzt worden. Fünf müssten fallen, damit die drei anderen ordentlich wachsen könnten.

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