Neue Trams: Jungfernfahrt durch Kassels Innenstadt

Neue Trams: KVG investiert 55 Millionen Euro

Kassel. Dunkelblau, leise und blitzsauber: So rollte am Freitag Nachmittag die erste Niederflur-Tram der neuen Generation auf den KVG-Betriebshof Wilhelmshöhe. Weit über 100 Kasseler waren dabei, als der Zug von KVG-Vorstandsvorsitzendem Andreas Helbig mit Sekt eingeweiht wurde.

Anschließend ging es mit einem weiteren neuen Zug auf Jungfernfahrt die Wilhelmshöher Allee hinab bis zum Rathaus. Dort wurden schließlich kostenlose Vorstellungsrundfahren durch die Kasseler Innenstadt für alle interessierten Bürger angeboten.

Insgesamt 55 Millionen Euro lässt sich die KVG die Einführung der neuen Tram-Generation kosten. Weil das Land Hessen die Neubeschaffung von Fahrzeugen im öffentlichen Nahverkehr nicht mehr fördert, finanziert die KVG die Summe selbst.

Das Ziel: Bis Ende 2013 sollen insgesamt 22 Züge zu je 2,5 Millionen Euro ins Liniennetz geschickt werden – jeden Monat kommt also eine neue Bahn hinzu. Das Besondere: Nach Auslieferung aller 22 Züge wird die KVG zu 100 Prozent mit Niederflurbahnen ihren Linienbetrieb bestreiten können. „Das ist in Deutschland einmalig“, sagt Helbig.

Mit Sekt weihte KVG-Vorstandsvorsitzender Andreas Helbig den ersten neuen Niederflurzug mit der Nummer 651 ein. Rechts daneben Stadtrat Hajo Schuy und – im Hintergrund – KVG-Vorstand Norbert Witte.

Fünf Trams wurden bereits vom Hersteller Bombardier in Bautzen geliefert, sie werden ab heute ihren Dienst versehen. Auf den ersten Blick unterscheiden sich die Wagen kaum von der vorangegangenen Generation. „Jedoch hat sich der Komfort deutlich verbessert“, sagt Helbig. Alle neuen Züge sind voll klimatisiert, bieten mit ihren 30 Metern Länge mehr Raum für die Fahrgäste. Bis zu 176 finden nun Platz, 36 mehr als noch bei den ganz alten Hochflurbahnen. Jeder Zug zählt 64 Sitzplätze und zwei großzügige Mehrzweckbereiche für Rollstühle und Kinderwagen. Nicht zuletzt sorgt eine neue Steuerungstechnik für deutlich ruhigeres Fahrverhalten, auch die Sicherheitstechnik wurde optimiert.

Mit der Inbetriebnahme der neuen Trams werden nun schrittweise die letzten 22 Hochflurbahnen der KVG aus dem Betrieb genommen. „Das Thema eines erschwerten Zustiegs in eine Straßenbahn ist in Kassel dann Geschichte“, sagte Helbig.

Die ersten sechs Niederflurbahnen werden ausgemustert, stehen aber weiterhin als Einsatzfahrzeuge bei Engpässen bereit. Was mit den übrigen 16 Altzügen passieren soll, ist noch nicht klar.

Zuletzt hatte die KVG zwischen 1999 und 2003 32 neue Bahnen angeschafft. Die ersten Niederflurbahnen überhaupt wurden 1991 gekauft.

Von Boris Naumann

Rubriklistenbild: © Foto:  Koch

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.