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Bahn: Tunnelbau ab Mitte 2011

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Soll verschwinden: Der Bahnübergang an der Schenkebier Stanne wird durch einen Tunnel ersetzt. Darauf wartet der Stadtteil Junfernkopf seit Jahren. In einem Dreivierteljahr sollen die Bauarbeiten jetzt endlich losgehen. Foto: Koch

Jungfernkopf. Seit Jahren warten die Menschen im Stadtteil Jungfernkopf, dass die verhasste Schranke am Bahnübergang Schenkebier Stanne verschwindet. Jetzt zeichnet sich als Baubeginn für die geplante Unterführung das zweite Halbjahr 2011 ab.

Immer wieder kam und kommt es zu brenzligen Situationen, wenn Fahrzeuge oder Menschen zwischen die sich senkenden Schranken geraten. Bereits vor vier Jahren gab das Eisenbahn-Bundesamt grünes Licht für den Neubau eines Tunnels für den Autoverkehr, seitdem verschob sich der Baubeginn mehrfach.

Die Stadt hat ihren Anteil von 1,8 Millionen für das 5,2-Millionen-Euro-Projekt schon bereitgestellt. „Ansonsten haben wir wenig Möglichkeiten, die Bahn muss vorwärtskommen“, sagt Gunnar Polzin, Leiter des Straßenverkehrs- und Tiefbauamtes. Die Kosten teilen sich zu je einem Drittel Deutsche Bahn, Bund und Kommune.

Bahn plant schon Sperrungen

Auf Anfrage der HNA erklärte Bahnsprecher Bernd Honerkamp, dass man noch auf die Mittelfreigabe durch den Bund warte. „Wir gehen aber davon aus, dass es in der zweiten Jahreshälfte 2011 losgehen kann.“

Auch die Stadt sieht im Wortsinn Licht am Ende des Tunnels: Für Mitte nächsten Jahres habe die Bahn bereits Sperrpausen beantragt. Das sei ein „eindeutiges Signal“, dass die Bauarbeiten wirklich starten können, heißt es aus dem Straßenverkehrsamt. Die Bahn müsse solche Pausen mit langem Vorlauf planen, weil Streckensperrungen sich mitunter auf den bundesweiten DB-Fahrplan auswirken.

Neben dem Tunnel, der nördlich der Regiotram-Haltestelle den motorisierten Verkehr unter den Gleisen hindurchführen soll, ist auch ein Überweg für Radfahrer und Fußgänger geplant. Die Brücke soll einige hundert Meter weiter oberhalb am Kiefernweg entstehen, sodass auch die kleine Schranke dort entfernt werden kann. Die Fußgänger-Überführung wird nach Angaben der Stadt, die die Kosten dafür allein trägt, mit 800 000 Euro zu Buche schlagen. Von den 1,8 Millionen Euro, die für den Tunnel fällig sind, werden laut Straßenverkehrs- und Tiefbauamt 80 Prozent durch Zuwendungen des Bundes und des Landes durch GVFG-Mittel (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz) getragen.

Mit dem Tunnel hält sich die Stadt zugleich die Option offen, durch ihn in Zukunft auch eine Straßenbahn zu leiten. Im Nahverkehrsplan von 2003 ist eine mögliche Weiterführung der Gleise von der Holländischen Straße bis zum Ziegenberg aufgeführt. „Die Unterführung wird so hoch und breit gebaut, dass ein Tram durchfahren könnte“, sagt Polzin.

Ob nach der Regiotram nun auch eine Straßenbahn zum Jungfernkopf wahr wird, wagt der Ortsbeirat zu bezweifeln. Mit dem neuen Tunnel befürchtet er aber mehr Verkehr im Stadtteil. „Es muss ein Verkehrskonzept her“, fordert Ortsvorsteher Dr. Manuel Eichler (SPD). Mit dem Wegfall der Wartezeiten an der Schranke werde die Durchfahrt durch den Stadtteil vor allem für Vellmarer attraktiv.

Gunnar Polzin kündigt an, dass der Verkehr vor und nach dem Bau der Unterführung gezählt werde. Je nach den Ergebnissen müsse man dann weitersehen.

Von Katja Rudolph

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