Bahnhof Harleshausen ist ein Schandfleck: Schmierereien, Brandspuren, Müll

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Bahnhof Harleshausen ist ein Schandfleck

Harleshausen. Das ehemalige Wartehäuschen ist mit Gittern abgesperrt, alle Wände sind beschmiert, es gibt Brandspuren und am Bahndamm gammelt der Müll vor sich hin. Hier hält sich niemand gern auf, der Bahnhof Harleshausen ist zu einem Schandfleck verkommen.

Hoffnung auf eine schnelle Besserung gibt es nicht. „Wenn die Bahn einen Wettbewerb machen würde, bei dem der hässlichste Bahnhof weit und breit gesucht würde, hätten wir gute Chancen“, sagt Ortsvorsteher Reinhard Wintersperger (SPD).

Dabei erkennt er das Bemühen der Bahn, das Gebäude wenigstens halbwegs in Schuss zu erhalten, durchaus an. Das Gelände werde regelmäßig sauber gemacht. Es lohne sich aber nicht, die Wände neu zu streichen. „Spätestens nach drei Tagen ist wieder alles vollgeschmiert“, sagt Wintersperger.

Die Brandspuren sind ein Mahnmal für den jüngsten Vandalismus zu Jahresbeginn. Damals haben Unbekannte an den Stationen Harleshausen, Vellmar-Osterberg, Immenhausen und Grebenstein gewütet.

Brandspuren

„Bis jetzt konnten wir die Täter noch nicht ermitteln“, sagt Klaus Arend, der Sprecher der Bundespolizeiinspektion Kassel. Er setzt bei solchen Zwischenfällen darauf, dass sich Zeugen melden. So habe man auch die Jugendlichen erwischt, die in Oberzwehren Steine auf vorbeifahrende ICE-Züge geworfen hätten.

Mit Zivilstreifen und auch aus der Luft kontrolliere man die Bahnhöfe immer wieder, könne aber nicht überall gleichzeitig sein. Den gröbsten Dreck beseitigt die Bahn regelmäßig. An dem Gebäude selbst wird jedoch in absehbarer Zeit nichts passieren. Die Bahn nutzt es als Abstellfläche, hat aber sonst keine Pläne für einen Umbau.

Die Hoffnung ruht deshalb auf einem Förderprogramm von Bund und Land für den barrierefreien Umbau von Bahnhöfen. Jedes Bundesland kann dafür eine Dringlichkeitsliste erstellen. Demnach wäre der Bahnhof Harleshausen frühestens im Jahr 2019 an der Reihe. 85 Prozent der Umbaukosten würden nach Informationen des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) gefördert.

Bei über 500 Fahrgästen pro Tag habe man großes Interesse an einer Verbesserung der Situation in Harleshausen. Bis dahin muss man nicht tatenlos zusehen, wie der Bahnhof verkommt. „Wer Vandalismus oder Schmierereien beobachtet, sollte nicht zögern und uns anrufen“, sagt Bundespolizist Klaus Arend.

Von Thomas Siemon

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