Mehrere Faktoren kommen zusammen

Ferienzeit, günstige Preise und Streik: Aral geht in der Region der Sprit aus

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Aral in Kaufungen: Hier gab es am Samstag keinen Super-Kraftstoff mehr. Zahlreiche andere Aral-Tankstellen in der Region sind ebenfalls betroffen, meistens ist der Diesel-Vorrat zuneige gegangen.

Kassel. An vielen Aral-Tankstellen in Nordhessen und Südniedersachsen sind seit Beginn des Wochenendes Diesel- und Superkraftstoff ausverkauft. Zapfsäulen wurden stillgelegt, Pächter informieren auf Zetteln über die Situation.

Anders als von vielen Kunden vermutet, ist allerdings nicht der Streik der Lokomotivführer der einzige Grund für den Lieferengpass. „Der Streik war sicher nicht hilfreich“, sagte Aral-Sprecher Peter Alexewicz am Samstag auf HNA-Anfrage. Zu dem Engpass hätten aber auch die hohe Nachfrage wegen des Ferienbeginns und die derzeit vergleichsweise niedrigen Spritpreise gesorgt. Nach HNA-Informationen sollen Güterzüge mit Kraftstoffladungen für die Region streikbedingt in Gelsenkirchen hängengeblieben sein.

Nichts geht mehr: An der Aral-Tankstelle an der Hedemündener Straße in Hann. Münden sind alle Diesel- und "Ultimate 102"-Zapfhähne gesperrt, da der Treibstoff ausgegangen ist. Kunden konnten am Samstag das hochwertigere "Diesel ultimate" zum günstigeren Diesel-Preis tanken. (Foto: Waldmann)

Das Versorgungsproblem hatte an einigen Stationen in Nordhessen und Südniedersachsen bereits am Freitag begonnen, als vor allem Diesel und Ultimate-Diesel plötzlich knapp wurden. Die meisten Aral-Kunden bemerkten allerdings erst am Samstag, dass nicht mehr alle Sorten zu bekommen waren. Nach HNA-Recherchen beschränkte sich das Lieferproblem auf Aral, Stationen anderer Mineralölkonzerne waren nicht betroffen. Kunden, die leer ausgegangen waren, wanderten zu anderen Tankstellen ab. Laut Aral-Sprecher Alexewicz war Aral in der Region Nordhessen/Südniedersachsen nicht flächendeckend betroffen. Ein Problem mit der Versorgung von Aral-Stationen gebe es punktuell auch in Ostdeutschland.

Zuletzt aktualisiert um 13.50 Uhr. 

Erschwert worden sei die Lage durch die Tatsache, dass in den Kraftstofflagern zurzeit von Übergangs- auf Winterdiesel umgestellt wird. Aral-Kunden, die bei ihrer Tankstelle keinen Diesel-Kraftstoff mehr bekommen, können laut Alexewicz zum gleichen Preis Ultimate-Diesel tanken. Der Unternehmenssprecher ist optimistisch, dass der Lieferengpass bis Mitte der kommenden Woche behoben ist. (ket/asz/rpp/jun)

Die Situation an den Tankstellen

Aral-Tankstellen in Kassel 

• Leuschnerstraße: Kein Diesel mehr da.

• Nürnberger Straße: Diesel ist aus.

• Waldau: Statt Diesel wird hier nur noch die üblicherweise deutlich teurere Sorte Ultimate verkauft

Aral-Tankstellen im Umland

• Ahnatal: Diesel fehlt, Super Benzin werden langsam knapp.

• Baunatal: Diesel und Ultimate 102 sind leer, Super E10 wird langsam knapp.

• Lohfelden: Diesel und Ultiomate-Diesel nicht mehr vorhanden.

• Kaufungen: Super ist nicht mehr im Angebot.

• Fuldatal: Kein Diesel mehr zu bekommen.

• Hann. Münden: Diesel, Ultimate-Diesel und Ultimate 102 fehlen.

• Hofgeismar, Grebensteiner Straße: Diesel geht zur Neige.

• Fritzlar: Kein Diesel mehr vorhanden.

• Sachsenhausen: Diesel nicht mehr vorhanden.

• Eschwege: Diesel ist ausverkauft.

• Frankenberg, Röddenauer Straße: Super 95 E 5 ist ausverkauft. Ultimate 102 wird zum selben Preis angeboten.

• Asbach: Nur noch E+ vorhanden.

Aral-Tankstellen in Göttingen

• Geismarlandstraße: Kein Diesel mehr und nur noch rund 1000 Liter Super.

• Königsallee: Kein Diesel mehr.

• Hannoversche Straße: Kein Ultimate-Diesel mehr.

Sind Sie auch auf Probleme beim Tanken gestoßen?

Wir würden uns über einen kurzen Hinweis unter online@hna.de oder auf Facebook  freuen.

Hintergrund

Im Raum Kassel gibt es 17 Aral-Tankstellen, und zwar sechs in Kassel selbst (Kohlenstraße, Frankfurter Straße, Leuschnerstraße, Holländische Straße, Fuldatalstraße, Nürnberger Straße) sowie Stationen in Fuldatal, Ahnatal, Baunatal, Niestetal, Lohfelden, Kaufungen, Edermünde (zwei), Guxhagen, Gudensberg und Hann. Münden. Deutschlandweit betreibt Aral nach eigenen Angaben rund 2400 Tankstellen. Das Unternehmen mit Sitz in Bochum wurde 2002 von dem Energiekonzern Eon an die deutsche BP verkauft. BP rüstete danach 650 Stationen auf Aral um. Das Aral-Logo (weiße Schrift auf blauer Raute) wurde 1952 eingeführt und seither drei Mal verändert. (ket)

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