Nach Brandanschlag: Bahnverkehr noch bis Samstag beeinträchtigt

Kassel. Der Brandanschlag auf eine Bahnstrecke zwischen Kassel-Jungfernkopf und Vellmar-Osterberg am Donnerstagnachmittag wurde von Castor-Gegnern verübt. Davon geht die Bundespolizei aus. Die Behinderungen im Bahnverkehr sollen noch bis Samstagmittag andauern.

"Die Spurenauswertung und erste Ermittlungen weisen eindeutig darauf hin, dass der Anschlag im Zusammenhang mit dem Castor-Transport steht", sagte am Freitagmorgen Reza Ahmari, Pressesprecher der Bundespolizeidirektion in Koblenz, auf HNA-Anfrage.

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Dafür sprächen auch Erfahrungen im Umfeld früherer Castor-Transporte. Auch seien derartige Brandanschläge angekündigt worden, sagt der Bundespolizei-Sprecher. Bei dem Anschlag auf einen Kabelschacht sei ein Glasfaserkebel beschädigt worden, das sich nicht einfach reparieren ließe, sondern von den Technikern der Bahn komplett ausgetauscht werden müsse.

Durch den Brand wurde die Weichen- und Signalsteuerung beschädigt. Dies führt seit Donnerstagnachmittag zu Ausfällen im Bahnverkehr zwischen Kassel und Wolfhagen sowie Kassel und Warburg.

Der Schaden wird auf mehrer 10 000 Euro geschätzt, sagt Sabine Knöll, Sprecherin der Kasseler Polizei. Die hat die Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr aufgenommen.

Artikel aktualisiert um 17.10 Uhr.

Wie sich an der Brandstelle in Höhe der Straße Steffensbreite zeigt, hatten die Täter einen Kunststoff-Kanal aufgeschraubt und die Kabel angesteckt, die entlang der Schienen verlegt sind. Mitarbeiter der Bahn sind nun dabei, die sechs ummantelten Kupferkabel auf einer Länge von 30 Metern auszutauschen.

„Wir versuchen, den Schaden so schnell wie möglich zu beheben“, sagte ein Sprecher der Bahn aus Frankfurt. Auch wenn das erforderliche Ersatzmaterial vorhanden sei, ziehe sich die Reparatur hin. Schließlich handele es sich um Sicherheitstechnik, da müsse „mit allergrößter Sorgfalt“ gearbeitet werden. Und im Anschluss an die Reparatur gebe es festgelegte Prüfszenarien, die zu durchlaufen seien. „Anschließend muss noch eine Abnahme erfolgen“, sagte der Bahnsprecher.

Durch den Brand wurde die Weichen- und Signalsteuerung beschädigt. Dies führt seit Donnerstagnachmittag ab 14.40 Uhr zu Ausfällen im Bahnverkehr zwischen Kassel und Wolfhagen sowie Kassel und Warburg. Auch am heutigen Freitag sind Linien der Regiotram (RT) und des Regionalexpress (RE) betroffen. Konkret waren dies nach Angaben des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) die RT 3 (Kassel-Hofgeismar-Warburg), die RT 4 (Kassel-Wolfhagen) sowie die Regionalbahn-Linien 3, 17 und 4.

Zwar kann der Bahnhof Obervellmar befahren werden, durch die beschädigten Signalkabel ist der Betrieb aber stark behindert. So fährt die Regiotram auf der Strecke Kassel-Wolfhagen nicht zwischen Kassel und Weimar. Ein Busersatzverkehr ist eingerichtet. Zwischen Weimar und Korbach fahren alle zwei Stunden Züge der Kurhessenbahn. Mit Verspätungen und längeren Fahrzeiten muss allerdings gerechnet werden.

Die RT 3 Kassel-Hofgeismar-Warburg verkehrt zwar Richtung Warburg. Laut NVV kann die Regiotram aber nicht an den Haltestellen Kassel-Kirchditmold, -Harleshausen und -Jungfernkopf sowie Vellmar-Osterberg halten. Die Störungen solen noch bis Samstagnachmittag anhalten, teilte die Bahn am Freitagnachmittag mit. NVV-Kunden können sich über die Hotline 01 80/2 34 01 80 informieren. (mic)

Aktuelle Hinweise gibt es auch im Internet unter www.nvv.de

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