Forderung von Kassels Bürgermeister

Bald Prüfungen für Hundehalter statt Liste gefährlicher Hunderassen?

Kassel. Weniger Beißattacken, mehr Tierschutz: Kassels Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD) fordert ein neues Hundegesetz. Anstatt bestimmte Rassen per se als gefährlich einzustufen, sollten Hundehalter künftig eine Sachkundeprüfung ablegen.

Kaiser, der als Dezernent für den Tierschutz zuständig ist, fordert die hessische Landesregierung auf, ein solches Hundegesetz nach niedersächsischem Vorbild zu erlassen.

Denn im Nachbarbundesland gibt es die Liste gefährlicher Hunderassen nicht. Dort müssen Halter, die sich nach Juli 2011 erstmals einen Hund angeschafft haben, diesen in einem zentralen Register anmelden und eine Sachkundeprüfung ablegen.

Gäbe es ein solches Modell auch in Hessen, „würde verantwortungsloser Umgang mit Hunden deutlich reduziert“, ist Kaiser überzeugt. Das Gesetz diene dem Tierschutz, dem Sicherherheitsbedürfnis der Menschen und würde zudem die Kosten der Kommunen für die Unterbringung vernachlässigter Tiere senken. Laut Kaiser gibt die Stadt Kassel jährlich 55.000 Euro aus, um vernachlässigte Hunde und so genannte Listenhunde, die ihren Besitzern weggenommen wurden, unterzubringen (wir berichteten).

Neben der Prüfung für Herrchen und Frauchen fordert Kaiser ferner eine Chip- und Registrierpflicht, um entlaufene Hunde zuordnen zu können. Auch damit ließen sich Kosten reduzieren. In Kassel entstünden der Stadt jährlich weitere Kosten von 250.000 Euro für die Versorgung von Fundtieren. (abe)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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