1,3 Millionen Euro aus dem Bildungspaket kommen Kasseler Schülern zugute - 625 000 Euro für Projekte

Bald Sozialarbeit an Grundschulen

Anne Janz

Kassel. Erstmals werden demnächst an Kasseler Grundschulen Sozialarbeiter eingesetzt. Das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes macht’s möglich. Insgesamt stehen der Kasseler Stadtverwaltung für die kommenden zwei Jahre 1,3 Millionen Euro zur Verfügung.

Zum einen wird davon ein Zuschuss für die Mittagsverpflegung von bedürftigen Kindern finanziert (HNA berichtete), und außerdem kann jetzt auch in die schulbezogene Sozialarbeit investiert werden.

Entsprechend einem aktuellen Magistratsbeschluss sollen die elf Ganztagsgrundschulen in der Stadt künftig mit Sozialarbeitern ausgestattet werden. Vorgesehen sind insgesamt 7,5 Sozialarbeiterstellen in verschiedenen Arbeitszeit-Modellen, sagt Bernd Heger vom Schulverwaltungsamt. Er geht davon aus, dass für diese Arbeit insgesamt 625 000 Euro für einen Zeitraum von zwei Jahren zur Verfügung stehen.

Schuldezernentin Anne Janz freut sich über die Magistratsentscheidung: „Es passt in unser Konzept, eine ganzheitliche Förderung von Kindern zu erreichen und in Strukturen zu investieren.“

Im Rathaus wird es hierfür künftig eine Koordinierungsstelle geben. „Wir wollen schul- und projektbezogen arbeiten“, sagt Heger. Anfang des Jahres werden vom Schulverwaltungsamt die Kriterien definiert. Danach können sich die Schulen bewerben und entsprechende Konzepte für die Zusammenarbeit mit einem Schulsozialarbeiter vorlegen. Heger: „Wir werden darauf achten, dass alles gerecht verteilt wird.“ Schulen, die in den Genuss der Sozialarbeit kommen wollen, müssen als Voraussetzung nachweisen, dass sie einen bestimmten Anteil an leistungsberechtigten Schülern, also an Kindern aus Hartz-IV-Familien, haben. Das sei aber bei den elf Ganztagsgrundschulen in Kassel gegeben, sagt Heger. Bereits beim Ausbau der Schulmensen habe man in der Vergangenheit darauf geachtet, dass Schulen in Stadtteilen mit vielen Leistungsbeziehern Vorrang haben.

Aufgabe der künftig tätigen Sozialarbeiter wird es unter anderem sein, die Elternarbeit zu verstärken. Außerdem sollen vorhandene Strukturen so koordiniert werden, dass sämtliche Ressourcen - auch die der Jugend- und Stadtteilarbeit - aufeinander abgestimmt sind.

„Es kommt auf den Anfang an, deshalb ist die Förderung von Sozialarbeit in Grundschulen so wichtig“, sagt Janz.

9,5 Stellen Schulsozialarbeit - zum Teil von der Stadt und vom Land finanziert - gibt es bereits an den fünf Gesamtschulen in Kassel sowie in einzelnen Maßnahmen etwa zur Gewaltprävention auch an anderen weiterführenden Schulen. Janz: „Es ist schade, dass das Projekt nur auf zwei Jahre begrenzt ist. Ich hoffe, dass wir danach eine Möglichkeit finden, um an die geleistete Arbeit anknüpfen zu können.“

HINTERGRUND

Von Christina Hein

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