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Bangen um mächtige Buche: Rückschnitt soll trockenen Baum im Botanischen Garten retten

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Von: Axel Schwarz

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Spaziergängerin Edeltraud Kindgen mit ihrem Hund Nico vor einer Buche im Botanischen Garten in Kassel, die fast kahl ist.
Anblick weckt Besorgnis: Auch Spaziergängerin Edeltraud Kindgen mit Hund Nico bedauert, wie die durch Trockenschäden inzwischen fast kahle Rotbuche aussieht. © Pia Malmus

Noch ist nicht klar, ob sich der 120 Jahre alte Wahrzeichen-Baum des Botanischen Gartens beim Park Schönfeld in Kassel retten lassen wird.

Wehlheiden – Die mächtige Rotbuche auf Höhe des Staudengartens hat nach Angaben der Stadt sehr unter den trockenen, heißen Sommern der vergangenen Jahre gelitten. Seit Mitte Juni werden nun die Blätter zunehmend braun, der Baum wird von der Krone her trocken. Mit einem Rückschnitt versucht das Umwelt- und Gartenamt nun, ihn zu neuem Leben anzuregen.

Die Rotbuche ist rund 25 Meter hoch, sie hat einen Stammumfang von dreieinhalb Metern und einen Kronendurchmesser von etwa 23 Metern. Man schätzt, dass der stolze Baum um das Jahr 1900 gepflanzt wurde. Somit stand er schon da, bevor 1912 mit dem Bau des Botanischen Gartens begonnen wurde.

Seit etwa vier Jahren wird das Laub der Rotbuche immer schütterer. Baumexperten wurden deshalb eingeschaltet, mit Nährstoff- und Düngergaben sowie regelmäßiger Bewässerung versuchte man den Baum zu revitalisieren. Zunächst mit Erfolg: Der Baum war in diesem Frühjahr gut ausgetrieben. Doch ab etwa Mitte Mai entwickelten sich die Blätter nicht mehr normal, blieben klein und vertrocknen nun.

Daher werde die Rotbuche nun zwei bis drei Meter zurückgeschnitten, teilte die städtische Pressestelle mit. Durch Entfernen des trockenen Holzes solle der Baum zum Neuaustreiben angeregt werden. Als Schutz vor Sonne und Verdunstung werde zudem eine Stammschutzfarbe an den Ästen aufgetragen. Die Rotbuche im Botanischen Garten sei ein gut eingewachsener, alter Baum, der allerdings einen großen Wasserbedarf und eine große Verdunstungsfläche habe, heißt es vom Umwelt- und Gartenamt.

Im gesamten Stadtgebiet stellen die städtischen Grünpfleger in diesem Sommer erhebliche Schädigungen des Baumbestandes fest, die sich angesichts ausbleibender Niederschläge und anhaltender Bodendürre immer dramatischer niederschlagen würden.

Auch perspektivisch gebe die Lage „Anlass zu großer Sorge“, heißt es: Durch Hitze und Trockenheit vorgeschädigte Bäume seien anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Auch große, prinzipiell gut verwurzelte Bäume könnten sich nicht an die ungewohnten Klimaverhältnisse anpassen und würden immer schneller absterben.

Neu gepflanzte Bäume müssten zudem immer länger und mit immer mehr Wasser versorgt werden, bis sie angewachsen sind, sagte Amtsleiterin Anja Starick: „Wir pflanzen zwar inzwischen vermehrt hitze- und trockenheitstolerante Baumarten, aber auch diese brauchen über viele Jahre unsere Pflege, bis sie sich eigenständig versorgen können.“

Stadtbaurat Christof Nolda bezeichnete es als entscheidend, den Stadtbäumen ausreichend Raum für ein optimales Wachstum zu geben. Dies bedeute vor allem, einen möglichst großen, unversiegelten Pflanzbereich sowie großzügige unterirdische Wurzelräume zu schaffen.

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