Bankräuber kam mit Fahrrad - Sparkasse am Augustinum überfallen

Kassel. Mittwoch Mittag, eine Stunde nach dem Überfall auf die Sparkassen-Geschäftsstelle am Augustinum, herrscht vor dem Seniorenwohnsitz im Druseltal Ruhe. Nur das Ein- und Ausgehen von Kripo-Beamten und die Tatsache, dass die Bankfiliale für Kunden geschlossen ist, zeugen davon, dass ein Überfall stattgefunden hat.

Gegen 11.35 Uhr hatte ein Mann, der sich einen Schal vor den Mund gezogen hatte, die kleine Geschäftsstelle in der Ladenzeile vor der Seniorenresidenz Augustinum betreten. Nach Angaben von Polizeisprecher Michael Lange bedrohte er die beiden Sparkassen-Angestellten mit einer silbernen Pistole und verlangte, dass die Frauen sämtliche Geldscheine in eine weiße Plastiktüte packen sollten, die er mitgebracht hatte.

Mit seiner Beute, zu deren Höhe Polizei und Sparkasse keine Angaben machten, verließ er den Schalterraum und flüchtete auf einem auffälligen, weißen Herrenrad. Die sofort nach dem Überfall eingeleitete Fahndung blieb laut Polizeisprecher Lange bis gestern Abend ohne Erfolg.

Angestellte unter Schock

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Die beiden 37 und 38 Jahre alten Bankangestellten, die nach dem Überfall völlig schockiert waren, wurden gestern Mittag noch von speziell geschulten Mitarbeitern der Kasseler Sparkasse betreut. Körperlich blieben die beiden Frauen unverletzt.

Eine Kundin war nach Angaben der Polizei zur Tatzeit durch den separaten, im hinten Teil der Sparkasse befindlichen Eingang für Bewohner des Augustinums in den Bankraum gekommen. Die ältere Dame hatte aber von dem Überfall offenbar nichts mitbekommen.

Auch Anette Bernhard und Karin Hoffmann vom „Netten Lädchen“ neben der Sparkasse haben den Überfall erst bemerkt, als die Polizeiautos kamen. „Das ist schon heftig“, sagt Karin Hoffmann, „Wer überfällt denn mittags um halb zwölf eine Bank?“ An einem belebten Ort wie dem voll ausgelasteten Parkplatz vor dem Seniorenwohnheim grenze das ja nahezu an Leichtsinn. „Im Sinne unserer Bewohner freut uns so ein Überfall nicht“, sagte Ludwig Graf zu Solms-Laubach, Direktor des Wohnstifts Augustinum, auf Anfrage. Für diese habe aber zu keiner Zeit Gefahr bestanden. „Wir werden alles dafür tun, damit sich die Menschen hier weiterhin sicher fühlen.“

Ein Seniorenpaar vor dem Augustinum zeigte sich gestern unerschüttert. „Davon nehmen wir keine große Notiz“, sagt die alte Dame, als sie von dem Überfall erfährt.

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