Kasseler Bundesbank-Filiale schließt - Aufgaben werden nach Niedersachsen verlegt

Bargeld bald aus Göttingen

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Bald geschlossen: Ende September 2012 soll die 1959 erbaute Filiale der Bundesbank am Ständeplatz aufgegeben werden. Für die Bargeldversorgung in der Region soll dann Göttingen zuständig sein.

Kassel. Die geplante Schließung der Bundesbank-Filiale am Ständeplatz in Kassel stößt beim Einzelhandelsverband Nordhessen und bei den Banken auf Kritik. Sie sehen höhere Geldtransportkosten und einen größeren Zeitaufwand auf sich zukommen.

Zwar werde das Filialnetz grobmaschiger, aber die Präsenz in der Fläche bleibe erhalten, argumentiert hingegen die Bundesbank. Die Bargeldver- und -entsorgung in Nordhessen werde sichergestellt. Kreditinstitute wie Handel bedienten sich heute schon vorrangig der Logistik von Geldtransportfirmen. Diese müssten möglicherweise ihre Routen ändern, wenn das Bargeld künftig in Göttingen angeliefert werde, erläuterte Conrads.

Die 46 Mitarbeiter der Filiale in Kassel haben noch keine Klarheit über ihre Zukunft. „Es werden noch Gespräche geführt“, sagte Conrads. Einige von ihnen könnten in die Altersteilzeit gehen, andere nach Göttingen oder nach Frankfurt versetzt werden. Entlassungen stünden nicht ins Haus. Am Standort in Göttingen arbeiten zurzeit 42 Beschäftigte. Die Räumlichkeiten seien groß genug, um weitere Mitarbeiter aufzunehmen, sagt Dirk Gerlach, Sprecher der Hauptverwaltung Hannover.

OB Bertram Hilgen hält die Schließung für eine Fehlentscheidung: Es würden Filialen wie Kassel mit höherer Arbeitslosigkeit geschlossen und in Städte wie Frankfurt mit niedrigerer Quote verlagert. Dieter Mehlich, Vorstandsvorsitzender der Kasseler Sparkasse, bedauert insbesondere den Verlust von qualifizierten Arbeitsplätzen in der Nordhessenmetropole.

Die Aufgaben der Bundesbankfilialen haben sich seit den 1990er-Jahren gravierend verändert. Der Schwerpunkt liegt heute bei der Bargeldver- und -entsorgung der Kunden sowie der Banknotenbearbeitung. Hierbei werden immer leistungsfähigere Maschinen eingesetzt und somit Personal eingespart. Frühere Aufgabengebiete sind aufgrund von Fusionen beispielsweise im Kreditgeschäft und bei der Bankenaufsicht aus den Filialen verschwunden.

Von Beate Eder

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